Im Tagesverlauf legt der Bitcoin-Kurs kräftig zu. Zwischenzeitlich erreichte die Kryptowährung kurzzeitig sogar Notierungen von gut 69.500 Dollar. Der Bitcoin ist damit also nur noch unweit der psychologisch wichtigen Marke von 70.000 Dollar entfernt, die es für einen ersten nachhaltigen charttechnischen Befreiungsschlag zu knacken gilt. Zudem verläuft bei 69.000 Dollar die 200-Tage-Linie.
Bewegungen bei den Anleiherenditen locken die Marktteilnehmer wieder in die bekannteste Kryptowährung. Diese folgten auf die eher unerwartete Ankündigung des US-amerikanischen Finanzministeriums, die Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Die niedrigeren Renditen machen den Bitcoin für Anleger attraktiver, da er keine Zinsen abwirft.
Der Schritt des Finanzministeriums signalisiert Besorgnis über den anhaltenden Ausverkauf am Anleihemarkt, der die Renditen für 30-jährige Anleihen auf den höchsten Stand seit 2007 getrieben hatte. Der zuletzt deutliche Anstieg der Renditen hatte Sorgen an den Finanzmärkten ausgelöst. Gestiegene Inflationssorgen, die Folgen des Iran-Kriegs, eine stark steigende Staatsverschuldung und der Kapitalbedarf der großen KI-Unternehmen hatten zuletzt die Renditen nach oben getrieben.
"Die jüngste Maßnahme nimmt Druck vom Kessel am zuletzt angespannten Anleihemarkt", sagte Timo Emden, Chefmarktanalyst bei Captrader. "Anleger am Kryptomarkt sehen mehr als einen Silberstreif am zuletzt trüben Börsenhimmel und suchen wieder das Risiko." Emden sieht aber auch politische Gründe für den Anstieg: "Zugleich hoffen Investoren, dass Bitcoin und Co auf Trumps Prioritätenliste vor den US-Zwischenwahlen wieder nach oben rutschen und die regulatorischen Daumenschrauben gelockert werden."
Mit dem Sprung auf den höchsten Stand seit Anfang Juni senden die Bitcoin-Bullen wieder positive Signale. Aus technischer Sicht wäre das nachhaltige Überwinden der 200-Tage-Linie bei rund 69.000 Dollar und das Knacken der runden Marke von 70.000 Dollar kurzfristig vonnöten, damit eine mögliche Trendwende klare Konturen annimmt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Enthält Material von dpa-AFX
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