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Bitcoin‑ETFs auf Talfahrt: Krypto‑Frühling verblasst

Bitcoin‑ETFs auf Talfahrt: Krypto‑Frühling verblasst
Foto: Chidori_B/Shutterstock
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Philipp Schleu Heute, 14:55 Philipp Schleu

Der Optimismus am Krypto-Markt kühlt merklich ab. Nach sechs verlustreichen Tagen in Folge stehen die US-Spot-Bitcoin-ETFs kurz davor, ihre gesamte Jahresbilanz für 2026 ins Minus zu drehen. Der Grund: Massive Abflüsse belasten die Kurse und nähren Zweifel an der langfristigen Dynamik der institutionellen Nachfrage.

Allein am vergangenen Freitag blutete der Markt deutlich aus. Rund 105,2 Millionen Dollar zogen Investoren aus den Bitcoin-Fonds ab. Besonders hart traf es die Branchenriesen. Der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock verzeichnete ein Minus von 68,9 Millionen Dollar. Auch der Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC) blieb nicht verschont und verlor 36,3 Millionen Dollar.

Seit dem 14. Mai summiert sich der Kapitalabzug auf insgesamt 1,55 Milliarden Dollar. Damit schmilzt der Puffer für das laufende Jahr rapide zusammen. Während die Nettozuflüsse im Jahr 2026 bisher noch bei 536 Millionen Dollar liegen, droht diese Zahl bei einem anhaltenden Trend bald unter die Nullmarke zu fallen.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Die Wall Street wird vorsichtiger

Nicht nur Kleinanleger scheinen das Interesse zu verlieren. Auch die großen Akteure der Finanzwelt reduzieren ihr Risiko. Der institutionelle Market Maker Jane Street hat seine Bestände an Bitcoin-ETFs im ersten Quartal um rund 70 Prozent gekürzt. Selbst das Traditionshaus Goldman Sachs fuhr seine Positionen um 10 Prozent zurück.

Entsprechend gedämpft ist die Erwartungshaltung für das restliche Jahr. Im Vergleich zum Rekordjahr 2025, als BlackRocks IBIT allein 25 Milliarden Dollar einsammelte, wirkt das bisherige Jahresergebnis von 2,7 Milliarden Dollar wie ein schwacher Nachhall. Auch bei anderen Kryptowährungen zeigt sich dieses Bild. Die Ether-ETFs verharren 2026 tief in der Verlustzone, während neue Altcoin-Produkte kaum Beachtung finden.

Ein einsamer Lichtblick

In diesem schwierigen Umfeld gibt es jedoch eine Ausnahme. Der im April gestartete Morgan Stanley Bitcoin Trust ETF (MSBT) konnte sich dem negativen Sog bisher entziehen. Mit Zuflüssen von 264 Millionen Dollar überholte der Neuling bereits etablierte Produkte von Invesco und WisdomTree. Experten führen diesen Erfolg vor allem auf die aggressive Gebührenstruktur zurück. Mit nur 0,14 Prozent ist der Fonds aktuell einer der günstigsten am Markt.

Der Hype um Bitcoin-ETFs stößt an seine Grenzen. Die Rekordmarken aus dem Vorjahr sind in weite Ferne gerückt. Sollten die Abflüsse in den kommenden Tagen anhalten, droht dem ETF-Sektor das erste Jahr mit einer negativen Gesamtbilanz. Für Anleger bedeutet das: Die Phase des leichten Geldes ist vorbei, der Markt tritt in eine Phase der Ernüchterung ein.

Serien von Abflüssen, aber auch von Zuflüssen sind etwas ganz Normales und waren in der Vergangenheit kein besonders guter Indikator. Dass der Bitcoin sich über das Wochenende hinweg über der Marke von 75.000 Dollar halten konnte, ist derweil ein gutes Signal, dass die Aufwärtsbewegung noch intakt ist. Investierte bleiben weiter an Bord.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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