Angetrieben von US-Medienberichten über einen möglichen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Konflikts hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch seine Erholung fortgesetzt. Der DAX ging mit einem Plus von 1,41 Prozent bei 22.957 Punkten aus dem Handel. Der MDax zeigte sich noch stärker und legte um 2,48 Prozent auf 28.821 Zähler zu.
Die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland bleibt derweil angeschlagen. Die vom Ifo-Institut gemeldete Eintrübung kam angesichts der geopolitischen Lage allerdings kaum überraschend.
Für Zurückhaltung sorgt weiterhin die unsichere Nachrichtenlage. „Die Situation im Nahen Osten bleibt unklar und wird von vielen Gerüchten und Spekulationen getragen“, sagte CMC-Markets-Analyst Andreas Lipkow. Berichten zufolge stocken die Gespräche zwischen den USA und dem Iran, nachdem Teheran Forderungen als unlogisch zurückgewiesen habe. Auch deshalb gelang es dem Dax nicht, sich dauerhaft über der Marke von 23.000 Punkten zu etablieren, die er im frühen Handel noch überwunden hatte.
Zu den Top-Gewinnern im DAX gehörte am Mittwoch die Aktie von Siemens Energy, für sie ging es um 4,55 Prozent nach oben. Damit knüpfte der Titel an seine jüngste Erholung an, nachdem er im Zuge des Iran-Konflikts zuvor zwischenzeitlich fast 20 Prozent eingebüßt hatte.
Noch dynamischer ging es im MDax bei Lanxess zur Sache. Nach einer Hochstufung durch JPMorgan schoss die Aktie zeitweise um bis zu 19 Prozent nach oben und ging schließlich mit einem Plus von mehr als 17 Prozent aus dem Handel. JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi sieht den Spezialchemiekonzern als einen der größten Profiteure der aktuellen geopolitischen Lage. Er hob seine Einschätzung von „Underweight“ auf „Overweight“ an. Seine Begründung: Lanxess sei in zentralen Produktbereichen einer der wenigen westlichen Anbieter und profitiere von Produktionsproblemen in Asien.
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