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DAX und Co: Nerven liegen blank ‑ Zinsangst und Nahost‑Konflikt sorgen für Kursachterbahn

DAX und Co: Nerven liegen blank ‑ Zinsangst und Nahost‑Konflikt sorgen für Kursachterbahn
Foto: Arne Dedert/picture alliance/dpa
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Timo Nützel Heute, 17:55 Timo Nützel

Der DAX hat sich am Montag nach anfänglich kräftigen Verlusten etwas stabilisiert – ganz aus dem Schneider ist er aber noch nicht. Gleich zwei Belastungsfaktoren sorgen weiter für Unruhe an den Märkten. So schauen Anleger derzeit weiterhin gespannt auf Zinsangst und die Eskalation im Nahen Osten. 

Der DAX büßte am heutige Montag 0,58 Prozent auf 24.616 Punkte ein, zuvor sackte er um bis zu 1,3 Prozent ab. Damit rutschte er unter die 21-Tage-Linie, die als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt. Der MDAX  der mittelgroßen Unternehmen ging 1,05 Prozent tiefer mit 32.125 Zählern aus dem Handel.

Am vergangenen Freitag sorgte ein unerwartet robuster US-Arbeitsmarktbericht für einen massiven Abverkauf vor allem bei den Technologiewerten, die nun zu Wochenbeginn aber wieder spürbar zulegten. "Eine viel zu heiße Beschäftigung in den USA schürt panische Angst vor einer hartnäckigen Inflation und zerstört jegliche Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der Fed völlig", kommentierte Marktexperte Tim Ritschar vom Broker ActivTrades. Stattdessen spekulieren die Anleger über einer Zinserhöhung der US-Notenbank, auch die Europäische Zentralbank könnte bereits am Donnerstag den Leitzins anheben.

Außerdem belastete eine erneute Eskalation im Nahost-Krieg. Der Iran und Israel überzogen sich erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe im April wieder gegenseitig mit Angriffen. "Die Börsen gehen aktuell davon aus, dass diese neue Eskalation nur kurzfristig sein wird", stellte Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners fest. Zur moderaten Reaktion der Anleger habe auch beigetragen, dass US-Präsident Donald Trump versuche, deeskalierend einzuwirken. Trump versicherte, dass weiter an einer baldigen Lösung des Konflikts gearbeitet werde. Sowohl der Iran als auch Israel wollen ihre Angriffe wieder einstellen.

Immobilien-und Tourismus-Werte unter Druck

Bei den Unternehmen wurden die zinssensiblen Immobilienwerte aufgrund der zunehmenden Zinsangst gemieden. So verbuchten die Aktien von Vonovia, TAG, Aroundtown und LEG Kursabschläge zwischen 2,4 und 6,8 Prozent.

Wegen der angespannten Lage in Nahost waren auch die Aktien aus dem Luftfahrt- und Reisesektor nicht gefragt. Die Papiere von Airbus, Tui und Lufthansa verzeichneten Kursverluste zwischen 1,2 und 1,9 Prozent.

Rebound bei Chip-Aktien

Nach dem jüngsten Ausverkauf unternahmen die Aktien aus dem Halbleitersektor dagegen einen Stabilisierungsversuch. Infineon stiegen als Teil der Spitzengruppe im DAX um 1,2 Prozent, nachdem sie zuletzt unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten und um bis zu 16 Prozent von ihrem jüngst erreichten Hoch seit dem Jahr 2000 abgesackt waren. Die Titel der Chipindustrie-Ausrüster Aixtron, Siltronic und PVA Tepla gewannen zwischen 3,3 und 5 Prozent.

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

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