Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag deutlich erholt. Der DAX legte 1,1 Prozent auf 25.087,27 Punkte zu und machte damit den Großteil seines Vortagesverlusts wett. Auf Wochensicht blieb dennoch ein Minus von 0,6 Prozent. Am Donnerstag war der Leitindex bereits zum Handelsstart unter die Marke von 25.000 Punkten gerutscht und zeitweise auf den niedrigsten Stand seit dem 23. Juli gefallen. Der MDAX entwickelte sich noch stärker: Der Index der mittelgroßen Unternehmen gewann 1,6 Prozent und schloss bei 29.989,90 Punkten.
Rückenwind kam unter anderem von den Anleihemärkten, wo die Renditen nachgaben. Auch der Ölpreis gab etwas nach. Für Entspannung sorgte die Zurückweisung von Berichten durch US-Präsident Donald Trump, wonach die Vereinigten Staaten neue Angriffe im Iran gestartet hätten.
Beste Werte des Tages im deutschen Leitindex DAX waren Zalando mit plus 4,3 Prozent, SAP mit plus 3,7 Prozent, Siemens mit plus 3,0 Prozent, Bayer mit plus 2,8 Prozent und Siemens Healthineers mit plus 2,3 Prozent.
An einem insgesamt starken Tag gab es aber auch vier Verlierer im DAX. Besonders stark ging es bei der Deutschen Telekom nach unten. Die Aktie verlor am Ende 7,9 Prozent. Hintergrund waren Pläne von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX: Das Unternehmen plant in den USA einen umfangreichen Erwerb von Frequenzen und könnte damit die Grundlage für den Einstieg in den Mobilfunkmarkt schaffen. Die Aktie von T-Mobile US, dem zweitgrößten Mobilfunkanbieter des Landes und Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, gab an der Nasdaq zuletzt mehr als elf Prozent nach.
Die Aktie von BASF, Hochtief und Infineon komplettieren das Verlierer-Quartett im DAX.
An der MDAX-Spitze stand Salzgitter. Die Aktie verteuerte sich um 13,4 Prozent auf 49,94 Euro. Rückenwind verlieh eine Kaufempfehlung der UBS. Zugleich hob die Bank ihr Kursziel deutlich auf 71 Euro an. Analyst Andrew Jones erwartet, dass Salzgitter in Europa stärker als seine Wettbewerber von steigenden Stahlpreisen profitieren kann.
Auch Heidelberg Materials und Rational profitierten von positiven Analystenstimmen. Die kanadische RBC stufte beide Titel auf „Outperform“ hoch. Heidelberg Materials legten daraufhin 1,8 Prozent zu, Rational gewannen 6,6 Prozent. Die Bank bezeichnete Rational als herausragendes Beispiel für deutsche Mittelstandstechnologie und verwies auf die überzeugenden Finanzkennzahlen des Großküchenausrüsters.
Im SDAX geriet Schott Pharma dagegen unter Druck. Die Aktie verlor 4,7 Prozent. Zwar hob Deutsche-Bank-Research-Analyst Falko Friedrichs die Fortschritte und die attraktiven mittelfristigen Perspektiven des Pharmazulieferers hervor. Nach dem Kursanstieg von nahezu 70 Prozent seit Jahresbeginn sieht er bei dem Titel jedoch nur noch begrenztes weiteres Potenzial.
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