Nach der kräftigen Rally der Vorwoche gönnt sich der Ölpreis am Montag eine Verschnaufpause. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostet am Montagmittag nur noch 92,75 Dollar, ein Barrel der US-Sorte WTI liegt bei nur noch 85,03 Dollar. Im Juli notierte Brent im Hoch noch bei 102,00 Dollar, WTI bei gut 93 Dollar. Anleger nehmen nun offenbar Gewinne mit.
Im Hintergrund bleibt der Nahost-Konflikt der entscheidende Preistreiber. Die Sorge, dass die Straße von Hormus – zentraler Transportweg für Öl aus der Golfregion – dauerhaft blockiert bleiben könnte, hatte den Ölpreis vergangene Woche massiv nach oben katapultiert. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von mehr als 50 Prozent zu Buche.
Zusätzliche Brisanz bringt die US-Regierung ins Spiel: Washington kündigte an, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran und dessen Handelspartner weiter zu verschärfen, um den Krieg mit dem Iran zu beenden. US-Finanzminister Scott Bessent richtete in einem Gastbeitrag für die Financial Times eine unmissverständliche Warnung an alle Unterstützer Teherans: Diese sollten sich der Konsequenzen ihres Handelns bewusst sein.
Wie die USA diesen Druck jedoch konkret durchsetzen wollen, ohne China als größten Abnehmer iranischen Öls auf den Plan zu rufen, bleibt am Markt offen. Genau diese Unsicherheit dürfte die Ölpreise in den kommenden Tagen weiter bewegen.
Auch wenn die Ölpreise zu Wochenbeginn etwas korrigieren, sie befinden sich dennoch weiter auf hohem Niveau. Dies unterstützt auch die Aktien zahlreicher Energietitel. Besonders spannend entwickelt sich Eni. Das nächste Ziel für die Aktie des italienischen Öl- und Gasproduzenten, der auch bei Biokraftstoffen und Erneuerbaren Energien gut aufgestellt ist, wäre nun das im April markierte Allzeithoch bei 25,50 Euro. Ein Sprung darüber würde ein neues Kaufsignal bedeuten. Nicht zu verachten außerdem: Eni ist ein starker Dividendenzahler: Derzeit beträgt die Rendite 4,6 Prozent.
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