Die Ölpreise haben zuletzt in der Hoffnung auf Fortschritte im Nahen Osten wieder deutlich nachgegeben. Nachdem Sie am Donnerstag zunächst noch deutlich höher in den Handel gestartet waren, gaben sie zuletzt wieder merklich nach. Die USA und der Iran haben nach Angaben aus Washington bei ihren Gesprächen über eine Fortsetzung der Waffenruhe deutliche Fortschritte erzielt.
US-Vizepräsident JD Vance erklärte, bei einer geplanten Absichtserklärung seien viele Hürden bereits ausgeräumt worden, einzelne Punkte müssten jedoch noch geklärt werden. Ob US-Präsident Donald Trump dem Dokument letztlich zustimmt, sei derzeit noch offen.
Aus Teheran kamen dagegen zurückhaltendere Signale. Nach Informationen der den Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagentur Tasnim liegt bislang keine endgültig formulierte Vereinbarung vor. Entsprechend sei auch noch keine offizielle Bestätigung erfolgt. Die Angaben berufen sich auf eine Quelle mit Nähe zum iranischen Verhandlungsteam.
Mehrere mit den Gesprächen vertraute US-Vertreter sehen die Verhandlungen laut einem Bericht der „New York Times“ dennoch kurz vor dem Abschluss. Eine Einigung könnte die seit dem 8. April bestehende Waffenruhe verlängern, die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus ermöglichen und zugleich die Grundlage für weiterführende Gespräche schaffen.
Vance betonte, die iranische Seite verhandle nach aktuellem Stand konstruktiv. Er hoffe deshalb auf weitere Fortschritte in den kommenden Tagen.
Am Freitagmorgen notiert ein Barrel der Nordseesorte Brent bei 92,80 Dollar. Das Barrel US-Öl der Sorte WTI kostet nur noch 87,81 Dollar.
Es bleibt weiter spannend, ob es bald zu einem Ende des Krieges am Verhandlungstisch kommen wird. Die Ölpreise bleiben dennoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Einige Analysten rechnen damit, dass dies auch trotz etwaiger Fortschritte noch einige Zeit Bestand haben dürfte. „Die Brent-Ölpreise werden aufgrund von Angebotsausfällen bis ins vierte Quartal hinein auf erhöhtem Niveau bleiben“, sagt etwa Goldman-Sachs-Analyst Struyven gegenüber CNBC. Dies spielt natürlich großen Energiekonzernen wie etwa TotalEnergies in die Karten. Die immer noch relativ günstig bewertete Dividendenperle bleibt attraktiv. Der Stoppkurs sollte bei 55,00 Euro belassen werden.
Heute, 06:58