07.07.2015 Nikolas Kessler

DAX vor freundlichem Start: ProSiebenSat.1, Axel Springer, Deutsche Post, Tesla, Daimler, K+S, Berkshire Hathaway und BASF im Fokus

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Trendthema

Die wichtigsten deutschen Aktienindizes werden am Dienstag leicht im Plus erwartet. 15 Minuten vor Handelsbeginn steht der DAX rund 0,35 Prozent höher bei 10.914 Punkten. Das alles entscheidende Thema bleibt Händlern zufolge der Schuldenstreit zwischen Griechenland mit seinen Geldgebern. Zwei Tage nach dem griechischen Referendum kommen Spitzenpolitiker der 19 Eurostaaten in Brüssel zusammen, um Auswege aus der zugespitzten Schuldenkrise zu suchen. Zunächst beraten die Euro-Finanzminister, ob mit Athen über ein neues Hilfsprogramm verhandelt werden kann. Anschließend treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten.

Die Wall Street hat am Montag relativ entspannt auf das klare "Nein" der Griechen zu den Sparvorgaben der Gläubiger reagiert. Zwar rutschte der Dow Jones Industrial in den ersten Handelsminuten auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar ab. Anders als nach dem Scheitern der Verhandlungen vor einer Woche blieben deutliche Verluste jedoch letztlich aus. Zum Schluss büßte der US-Leitindex nach dem verlängerten Wochenende 0,26 Prozent auf 17.683 Punkte ein.

An den chinesischen Festland-Börsen ging es am Dienstag trotz des staatlichen Eingreifens wieder deutlich abwärts. Der CSI-300 büßte zuletzt 4,44 Prozent ein; damit hat der Index seit dem Zwischenhoch von Anfang Juni rund 29 Prozent verloren. Wegen der Talfahrt hatte die Regierung am Wochenende unter anderem neue Börsengänge vorerst ausgesetzt und die Liquidität stark ausgeweitet. Auch der Hang-Seng-Index in Hongkong musste erneute Verluste hinnehmen, wenngleich wesentlich moderater. In Japan stieg der Nikkei-225-Index indes um gut ein Prozent, nachdem er am Vortag unter dem Griechenland-Drama gelitten hatte.

Trotz dem drohenden Austritt Griechenlands aus der Währungsunion notiert der Euro-Kurs weiter bei über 1,10 Dollar. Gegenüber dem New Yorker Handel am Vorabend fiel die Gemeinschaftswährung leicht auf zuletzt 1,1032 Dollar. Am Freitagabend vor dem Referendum hatte der Euro noch knapp über der Marke von 1,11 Dollar notiert.

Die Ölpreise haben sich am Dienstag etwas von der Talfahrt der vergangenen Handelstage erholen können. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 57,15 Dollar. Das waren 61 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 48 Dollar auf 53,01 Dollar. Händler erklärten den Anstieg der Ölpreise mit der jüngsten Entwicklung der Verhandlungen im Atomstreit zwischen den westlichen Industriestaaten und dem Iran. Am Markt werde nicht ausgeschlossen, dass die Gespräche am Ende doch noch scheitern könnten.

ProSiebenSat.1 und Axel Springer: Aktien starten nach Fusionsgerüchten durch

In Deutschland könnte Kreisen zufolge ein neuer Medienriese entstehen. Der Fernsehkonzern ProSieben und das Print-Unternehmen Axel Springer prüften einen Zusammenschluss, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium. Eine wie auch immer geartete Transaktion könnte zudem auf kartellrechtliche Probleme stoßen. Sprecher beider Unternehmen hätten einen Kommentar abgelehnt. Anleger feierten die Nachricht trotzdem schon einmal.

Deutsche-Post-Aktie gibt wieder Gas: Das sagen jetzt Commerzbank und Co.

Bei Analysten und Anlegern hat die Einigung im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post für große Erleichterung gesorgt. Nach den Bahn- und Kita-Beschäftigten beenden nun auch die Postbediensteten am Dienstag ihren Ausstand. Die Post-Aktien zogen daraufhin am Montag an der DAX-Spitze um 2,26 Prozent auf 26,725 Euro an und waren damit nur einer von zwei Gewinnern im vom Ausgang des Griechenland-Referendums geschwächten Leitindex.

„Natürlich kommt das Elektroauto“. Tesla ist lauter als BMW, Audi oder Daimler

Die Autos der Zukunft sind fahrende Computer beziehungsweise Roboter. Zum Türöffnen reicht die Stimme oder das Smartphone in der Tasche, per Cloud sind alle Informationen oder Songs auch im Fahrzeug immer verfügbar. Natürlich fährt der Tesla oder BMW der Zukunft von selbst – und der Fahrer kann frühstücken, Karten spielen oder Aktienkurse checken. Ein großer Profiteur dieser Entwicklung ist NXP, der führenden Chip-Partner der Autobranche. Der AKTIONÄR hat mit NXP-Automotive-Chef Kurt Sievers gesprochen.

Daimler: Analysten legen nach – Aktie bleibt ein Kauf

Nach den hervorragenden Verkaufszahlen im Monat Juni haben die Analysten nachgelegt. Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat Daimler auf "Neutral" mit einem Kursziel von 98 Euro belassen. Das griechische Nein zu neuen Spar- und Reformschritten und dessen noch unabsehbare Folgen könnten vor allem die in Italien, Spanien und Portugal starken Autobauer Fiat Chrysler und Peugeot belasten, schrieb Analyst Stuart Pearson. Als Silberstreif am Horizont für die Branche sieht er eine weitere Euro-Schwäche.

K+S: 36 oder 46 Euro?

Die Experten der Deutschen Bank haben die Aktie von K+S erneut näher analysiert. Das Ergebnis ist kaum nach dem Geschmack der Anteilseigner des Düngemittel- und Salzproduzenten: Denn die DAX-Titel werden nach wie vor mit "Hold" eingestuft und das Kursziel liegt mit 36 Euro immer noch unter dem aktuellen Kursniveau.

BASF: Für die Deutsche Bank ein „Top-Pick“

Während etwa die Experten der Credit Suisse die Aktie von BASF als eine der unattraktivsten Dividendenpapiere Europas gebrandmarkt hatten, bleiben die Analysten der Deutschen Bank nach wie vor überzeugt von den Anteilscheinen des weltgrößten Chemieproduzenten und sehen noch reichlich Aufholpotenzial.

Warren Buffett: Dürfen's ein paar Milliarden sein?

US-Starinvestor Warren Buffett gibt einen weiteren Teil seines Vermögens für den guten Zweck her. Indes sieht es für die Aktie von Berkshire Hathaway derzeit nicht rosig aus. Es droht ein weiteres Abrutschen.

(Mit Material von dpa-AFX)