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17.06.2020 Nikolas Kessler

Wirecard: Morgen geht’s ums Ganze

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Wirecard

Bei Wirecard stehen am morgigen Donnerstag (18. Juni) die mit Hochspannung erwartete Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts 2019 auf der Agenda. Während die Aktie im Vorfeld der wichtigen Veröffentlichung zuletzt deutlich zulegen konnte, haben sich einige Shortseller zurückgezogen.

Im Kern geht es bei der Veröffentlichung der Jahresbilanz vor allem um eine Frage: Haben die Wirtschaftsprüfer von EY den Jahresabschluss uneingeschränkt testiert oder nicht? Davon hängt vieles ab, womöglich sogar die Zukunft von Vorstandschef Markus Braun. Bereits vor einigen Wochen hieß es, Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann habe die im Dezember anstehende Verlängerung seines Mandats an Bedingungen geknüpft – darunter ein uneingeschränktes Testat (DER AKTIONÄR berichtete).

Trotz steigender Anspannung ist die Stimmung an der Börse kurz vor richtungsweisenden Entscheidung positiv. Dort bringen sich die Bullen in Position und haben der Wirecard-Aktie seit Wochenbeginn deutliche Kursgewinne beschert. Wenige Stunden vor der Veröffentlichung notiert sie am Mittwochnachmittag mit einem Plus rund drei Prozent klar oberhalb der 100-Euro-Marke.

Leichter Rückzug der Shortseller

Auf der Shortseite wurden dagegen einige Positionen geschlossen oder zumindest reduziert: Nach Daten des Finanzdienstleisters S3 Partners war die Short-Interest-Quote bei Wirecard zuletzt weiter rückläufig. Demnach waren am Dienstag noch rund 27,9 Millionen Aktien beziehungsweise 24,3 Prozent des Freefloats leerverkauft. Ein leichter Rückgang von den Höchstständen im Mai, als die Quote zeitweise bei rund 27 Prozent lag.

Ein Blick in den Bundesanzeiger offenbart zudem, dass auch einige Hedgefonds ihre offenlegungspflichtigen Shortpositionen im Vorfeld der Veröffentlichung gesenkt haben. So ruderten etwa Coature Management, Marshall Wace und Samlyn Capital seit Wochenbeginn etwas zurück. Sie liegen aber allesamt noch klar über Offenlegungsschwelle von 0,5 Prozent.

Wirecard (WKN: 747206)

Auch wenn wenige Stunden vor der wichtigen Veröffentlichung an der Börse die Zuversicht überwiegt und die Bullen den Ton angeben, rät DER AKTIONÄR zu erhöhter Vorsicht. Nach den jüngsten Kursturbulenzen steht die Aktie derzeit nicht mehr auf der Empfehlungsliste.

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