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28.05.2020 Thomas Bergmann

Die Allianz räumt auf

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Allianz

Zwei von Europas grössten Assekuranzkonzernen wollen sich von Lebenversicherungaktiva im Volumen von Milliarden von Euro trennen. Einer davon ist der Münchner Versicherungs-Riese Allianz. Es geht darum, regulatorisches Kapital freizusetzen, so die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Aktie macht indes weiter an Boden gut – der Dividendenabschlag von Anfang Mai ist schon längst wieder reingeholt.

Wie Bloomberg unter Berufung auf gut informierte Kreisen berichtet, will die Allianz Vermögenswerte von bis zu 9 Milliarden Euro abzustoßen, unter anderem in Italien. Demnach sei die Investmentbank Morgan Stanley mit der Durchsicht des Portfolios betraut worden. 

Die Münchener hatten ihr europäisches Lebensversicherungsgeschäft einer Überprüfung unterzogen. Ein potenzieller Verkauf könnte der Allianz rund 500 Millionen Euro die Kasse spülen, so Kreise. Eine Veräußerung könnte der Allianz helfen, inmitten der Coronavirus-Krise regulatorisches Kapital freizusetzen. 

Der italienische Konkurrent Generali wolle dem Bericht nach den Verkauf eines französischen Lebensversicherungs-Portfolios vorantreiben.

Das Geschäft mit der Zeichnung von Lebensversicherungs-Policen ist kapitalintensiv und hat bereits Akteure wie die Axa bewogen, Pakete alter Verträge abzustoßen. Käufer sind Firmen, die sich auf die Abwicklung eben solcher Portfolios spezialisiert haben, wie Phoenix Group, Athora Holding oder Eurovita. 

Eine endgültige Entscheidung bei der Allianz stehe laut Bloomberg noch aus.

Allianz (WKN: 840400)

Die Pläne der Allianz sind nachvollziehbar und kaufmännisch sinnvoll. Allerdings ist dies nur eine kleine Nebenbaustelle. Wichtiger ist es unter anderem die Industrieversicherung gut durch die Krise zu steuern. Die Aktie macht zurzeit wieder Laune, hat sie den Dividendenabschlag vom 7. Mai mehr als hereingeholt und den Widerstand bei 170 Euro in der Mangel.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Allianz.