100 Prozent mit diesen 7 Aktien?!
Foto: Shutterstock
29.07.2019 Fabian Strebin

Deutsche Bank und Commerzbank: Kommen weitere Minuszinsen?

-%
Deutsche Bank

Mario Draghi ist EZB-Präsident auf Abruf. Im Herbst wird ihn Christine Lagard ablösen. Doch Draghi könnte auf der nächsten EZB-Sitzung am 12. September noch weitreichende Entscheidungen treffen. Er könnte die Einlagezinsen für Banken bei der Zentralbank weiter absenken. Je nach Ausgestaltung sind das keine guten Nachrichten für Deutsche Bank und Commerzbank.

Negativzinsen auch für Sparer?

Die Folge der Minuszinsen für Banken ist, dass immer mehr Institute darüber nachdenken, die Belastung an ihre Kunden weiterzugeben. Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, sagt gegenüber dem Handelsblatt: „Das eigentliche Ziel der EZB, die Inflationsrate im Euro-Raum in die Nähe von zwei Prozent zu bringen, wird sie mit weiteren Zinssenkungen oder Anleihekäufen kaum erreichen können. Und gleichzeitig erhöht sich die Gefahr von Minuszinsen für Privatkunden.“

Milliardenkosten durch Minuszinsen

Im Jahr 2018 betrugen die Kosten durch Negativzinsen für Banken in der Eurozone 7,50 Milliarden Euro. Der Bundesverband deutscher Banken befürchtet, dass die Belastung noch einmal um fast 1,50 Milliarden Euro steigt, wenn die EZB die Zinsen weiter senkt. Den größten Brocken an den Negativzinsen tragen die deutschen Banken. Aktuell liegt die Belastung bei 2,30 Milliarden Euro. Nach Schätzungen würden bei einer Zinssenkung weitere 600 Millionen Euro dazukommen.

Für die Deutsche Bank und die Commerzbank ist die erwartete Zinssenkung der EZB eine weitere Belastung. Schon jetzt ächzen die Banken unter den Negativzinsen. Denkbar wäre, dass die Notenbank eine Staffelung der Negativzinsen für Banken einführt. Dann würde erst beim Überschreiten eines gewissen Betrages eine Zahlung fällig. Ausgemacht ist es aber nicht, dass die EZB das einführt.
Die Deutsche Bank und die Commerzbank befinden sich beide gerade im Umbau. Eine Erhöhung der Negativzinsen würde zu weiteren Belastungen führen. DER AKTIONÄR hat beide Aktien auf der Watchlist.

Deutsche Bank (WKN: 514000)
Commerzbank (WKN: CBK100)

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0