AMG Critical Materials gehört zu den Profiteuren struktureller Trends wie Elektrifizierung, Dekarbonisierung und geopolitischer Neuordnung von Lieferketten. Das in Amsterdam ansässige Unternehmen ist allerdings kein klassisches Rohstoffunternehmen, sondern kombiniert die Aufarbeitung von ausgewählten kritischen Metallen mit Recycling und spezialisiertem Engineering. In Deutschland ist AMG noch kaum bekannt. Im Gespräch mit DER AKTIONÄR erläutert CEO Heinz Schimmelbusch die Besonderheit des Geschäfts, die Rolle als Lieferant kritischer Materialien und die Wachstumsaussichten.
DER AKTIONÄR: Herr Dr. Schimmelbusch, können Sie unseren Lesern bitte zunächst kurz das Geschäftsmodell von AMG Critical Materials erläutern?
Heinz Schimmelbusch: Unser Geschäftsmodell ist bewusst entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgebaut, wobei klassischer Bergbau bei AMG untergewichtet, während das Recycling und Veredelung von kritischen Metallen übergewichtet ist. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Rohstoffunternehmen liegt dabei in der Veredelungstiefe: wir betreiben zwar eine Mine in Brasilen, den größten Teil unserer Vorprodukte beziehen wir extern von langjährigen Partnern aus konfliktfreien Regionen, wir fokussieren uns auf die Veredelung der Rohmetalle in hochspezialisierte Materialien, etwa Lithiumhydroxid in und Vanadiumoxid in Batteriequalität oder hochreine Metalle für Chrom- und Titanlegierungen die dann eine kritische Rolle in der Luftfahrt und dem Energiesektor spielen.
08.05.2026, 14:45