Die Rheinmetall-Aktie hat am Montag 2,8 Prozent auf 1.059,80 Euro verloren. Auslöser war US-Präsident Donald Trump: Er hat per Erlass zahlreiche Russland-Sanktionen ausgesetzt, kurz bevor sie greifen sollten, und geplante Strafzölle gegen Länder, die russisches Öl kaufen, fallen lassen. Dazu kommen Spekulationen über einen Ukraine-Gipfel ohne Europa. Der Markt liest das als Schritt Richtung Waffenruhe und verkauft Rüstung.
Rheinmetall-Aktie: Was die Sanktionspause wirklich ändert
Am Auftragsbuch ändert der Erlass zunächst nichts. Rheinmetall meldete zur Jahresmitte einen Auftragsbestand von mehr als 80 Milliarden Euro, im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um knapp 70 Prozent. Getragen wird das von europäischen Armeen, die ihre Bestände auffüllen. Dieses Ziel endet nicht mit einer Waffenruhe. Empfindlich ist vor allem Munition, weil sie am direktesten vom Kriegsverlauf abhängt.
Die Gegenseite ist trotzdem real. Im August senkte Rheinmetall die Umsatzprognose für 2026 um 300 Millionen Euro, nachdem der Bund das Fregattenprogramm F126 gestrichen hatte. Berenberg stufte die Aktie vor zehn Tagen auf „Halten“ ab und senkte das Kursziel von 1.600 auf 1.020 Euro. Operativ baut der Konzern weiter aus: Gemeinsam mit der Reederei MSC übernahm er am Montag die rumänische Werft Mangalia für 138 Millionen Euro.
Der Kurs reagiert auf Schlagzeilen aus Washington, das Geschäft auf die Verteidigungshaushalte in Europa. Diese Lücke erklärt die Schwankung, nicht das Auftragsbuch. Weiterführende Artikel finden Sie in den Links unten.
Die Aktie schloss am Montag auf Xetra bei 1.059,80 Euro, 46,1 Prozent unter dem Hoch von 1.966 Euro aus dem Januar 2026. Gestern konnte die 100-Tage-Linie bei 1.073,66 Euro fast wieder erobert werden. Halt gibt die 50-Tage-Linie bei 1.048,96 Euro. Die fallende 200-Tage-Linie verläuft bei 1.307,56 Euro, die Aktie liegt rund 19 Prozent darunter – der langfristige Abwärtstrend ist intakt. Fällt sie unter die 50-Tage-Linie und das Tagestief von 1.033,80 Euro, rückt das 52-Wochen-Tief bei rund 900 Euro wieder in den Blick.
Was die Zahlen zum dritten Quartal am 5. November über Auftragseingang und Munitionsgeschäft zeigen, wird der Markt sehr genau beobachten.
Rheinmetall ist eine laufende Empfehlung des AKTIONÄRs.
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