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14.09.2020 Martin Mrowka

Machtkampf bei Metro flammt auf – springt die Aktie noch weiter?

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Metro

Im vergangenen Jahr wollte der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky den Handelskonzern Metro übernehmen, scheiterte jedoch mit seinem Versuch. Nun versucht er erneut seine Macht auszubauen. Den Anteilseignern werde ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreitet. Im MDAX sorgt das am Montag für einen satten Kurssprung der Metro-Aktie.

Den Metro-Aktionären sollen wahrscheinlich 8,48 Euro je Stammaktie beziehungsweise zirka 8,87 Euro je Vorzugsaktie angeboten werden, teilte die von Kretinsky kontrollierte EP Global Commerce GmbH (EPGC) gestern Abend mit. Diese hielt zuletzt knapp 30 Prozent der Metro-Anteile und will mit der Offerte den Anteil über diese Marke hieven. "EP Global Commerce geht nicht davon aus, nach dem Vollzug des Übernahmeangebots mehr als 50 Prozent der Stimmrechte zu halten."

Die Stammaktien des Metro-Konzerns schießen am Montag-Vormittag zeitweise um über acht Prozent auf 9,05 Euro nach oben.

Metro (WKN: BFB001)

Kretinsky hatte seinen Anteil an Metro zuletzt im November 2019 von 17,5 Prozent auf 29,99 Prozent erhöht. Dabei übernahm der tschechische Milliardär den überwiegenden Anteil des Großaktionärs Haniel, der davor noch bei 15,2 Prozent gelegen hatte. Die Option, auch noch die restlichen Haniel-Anteile zu erwerben, bestehe fort, erklärte EPGC damals.

Kretinsky und sein slowakischer Partner Patrik Tkac hatten den Metro-Aktionären im Sommer 2019 über die EPGC-Holding ein Übernahmeangebot gemacht, die Mindestannahmeschwelle aber verfehlt. Die Offerte lag damals deutlich höher als heute: bei 16 Euro pro Stamm- und 13,80 Euro pro Vorzugsaktie. 

Die Metro-Spitze hatte sich seinerzeit gegen das Gebot gewehrt. Sie hatte erklärt, dass es das Unternehmen zu niedrig bewerte und nicht angemessen sei. Zugleich fürchtete sie, dass die eigene operative Flexibilität und die strategische Handlungsfähigkeit eingeschränkt werden könnten, da Kretinsky die Übernahme zu einem guten Teil mit Krediten finanzieren wollte. Widerstand kam auch von den anderen Großaktionären, den Familien Beisheim und Schmidt-Ruthenbeck.

Eine Mindestannahmeschwelle gibt es aktuell nicht. Um nun alle restlichen Aktien einzusammeln, müssten Kretinsky und Tkac knapp 2,2 Milliarden Euro auf den Tisch legen. Finanziert wird das Angebot von den französischen Banken BNP Paribas und Societe Generale.

Mit der freiwilligen Übernahmeofferte vermeidet EP Global ein – möglicherweise höheres – Pflichtangebot, das fällig würde, wenn die Investoren die Schwelle von 30 Prozent überschreiten würden. (Mit Material von dpa-AFX)

Kretinsky spekuliert auf eine historisch günstige Gelegenheit, den Metro-Konzern zu übernehmen, die Anleger darauf, dass der Preis noch steigen wird. DER AKTIONÄR hält sich indes weiter an der Seitenline. Die Zukunftsaussichten von Metro liegen hinter einem zu dichten Schleier der Unsicherheit.

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