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Lowe’s gegen Home Depot: Das Baumarktduell nach den Quartalszahlen und wie Bill Gates darüber denkt

Lowe’s gegen Home Depot: Das Baumarktduell nach den Quartalszahlen und wie Bill Gates darüber denkt
Foto: Evan Agostini/Invision/AP/picture alliance/dpa
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Ingo Nix Heute, 14:01 Ingo Nix
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Lowe's hat am Mittwoch vor US-Handelsbeginn Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Die entscheidende Zeile steht nicht beim Gewinn, sondern in der Prognose. 

Dahinter steckt ein Mechanismus, der den ganzen Sektor beschreibt: Wer in den USA eine alte, billig verzinste Hypothek hat, zieht nicht um, sondern renoviert. Das hilft dem kleinen Auftrag und dem Handwerker, nicht aber dem großen Projekt – neue Küche, neues Bad –, das fast immer an einem Umzug oder an frischem Kredit hängt. Lowe's hängt stärker am privaten Heimwerker als der Rivale. 

Der zweitgrößte Baumarktkonzern der USA meldet acht Prozent mehr Umsatz und kappt trotzdem den Ausblick

Der Umsatz steigt auf rund 26 Milliarden Dollar nach 24 Milliarden, doch der vergleichbare Flächenumsatz – also nur Filialen, die seit mindestens einem Jahr offen sind – legt lediglich 0,2 Prozent zu. Das Plus stammt rechnerisch nahezu vollständig aus den beiden Zukäufen im Profigeschäft, Artisan Design Group und Foundation Building Materials. Die Bruttomarge fällt um 77 Basispunkte auf 33 Prozent, weil das zugekaufte Geschäft weniger Marge bringt. Der Gewinn je Aktie liegt mit 4,27 Dollar exakt auf Vorjahresniveau, bereinigt bei 4,40 Dollar – darin stecken 0,11 Dollar aus Zollrückerstattungen. 

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Lowe's nun einen Gesamtumsatz von 92 Milliarden Dollar, nachdem bislang eine Spanne von 92 bis 94 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt worden war. Der vergleichbare Flächenumsatz soll auf Vorjahresniveau liegen; zuvor hatte der Konzern unverändert bis zwei Prozent Wachstum angepeilt. Die operative Marge sieht das Management jetzt bei 11,2 Prozent statt bei 11,2 bis 11,4 Prozent.

Lowe’s (WKN: 859545)

Der Vergleich mit Home Depot ist unbequem: dasselbe Quartal, derselbe Markt. Der Branchenprimus meldete tags zuvor 1,7 Prozent Flächenwachstum – nach Angaben von Finanzvorstand Richard McPhail der beste Wert seit dem dritten Quartal 2022. Wenn zwei Häuser im selben Zyklus so unterschiedlich abschneiden, ist das kein Branchenproblem mehr, sondern eine Frage des Kundenmixes.

Lowe’s notiert vorbörslich rund 3 Prozent schwächer. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 17 gegenüber etwa 24 bei Home Depot. Eingepreist im Kurs von Lowe’s ist ein geringes Wachstum, nicht eingepreist wären schrumpfende Flächenumsätze oder eine Marge, die unter den Zukäufen stärker leidet als geplant. 

The Home Depot (WKN: 866953)

Lowe's wächst Zukäufe, nicht über die Fläche, und bezahlt das mit Marge und Zinsen – der Rivale Home Depot bekommt beides besser hin. Bill Gates hatte wohl Recht mit dem jüngsten Investment. Der nächste harte Termin ist der 16. September mit dem Zinsentscheid der Fed. Sollten die Hypothekenzins fallen, dreht der Hebel zugunsten von Lowe's. 

Favorit der Redaktion im Sektor bleibt daher Lowe’s. 

 

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