Hugo Boss: Frasers will Modegiganten schlucken

Hugo Boss: Frasers will Modegiganten schlucken
Foto: Michael Dalder/File Photo/Reuters
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Timo Nützel Heute, 20:10 Timo Nützel

Paukenschlag beim schwäbischen Modekonzern. Ein namhafter Großaktionär greift nach der Macht und will das Unternehmen komplett schlucken. Die Aktie reagiert sofort mit einem kräftigen Kurssprung auf dem Parkett. Können Anleger jetzt auf ein dickes Übernahmeplus hoffen oder droht ein zäher Machtkampf?

- Frasers Group bietet 38 Euro je Aktie für die verbleibenden knapp 74 Prozent der Anteile von Hugo Boss.

- Die geplante Transaktion soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen werden.

- Trotz früherer Reibereien über die Dividendenpolitik treiben die Briten den Deal voran.

Der Großaktionär Frasers Group will den schwäbischen Modehersteller Hugo Boss übernehmen. Frasers will im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots 38 Euro je Boss-Aktie bieten, wie das Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss mitteilte. Das Angebot gilt für alle Aktien, die Frasers nicht bereits selbst besitzt. Zuletzt kamen die Briten auf einen direkten Anteil von 25 Prozent. Die Hugo-Boss-Aktie sprang nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate nach der Mitteilung um zeitweise mehr als sechs Prozent auf über 38 Euro nach oben.

Zwischen dem Großaktionär und der Führungsspitze von Hugo Boss war es in jüngerer Zeit zu Unstimmigkeiten gekommen. So hatte Frasers dem Aufsichtsratschef Stephan Sturm im Dezember das Vertrauen entzogen. Streit gab es unter anderem um die Dividendenzahlung. Frasers ruderte jedoch am Dienstag zurück und drückte Unterstützung für Sturm und Dividendenpolitik aus. In einer Stimmrechtsmitteilung aus dem Juli vergangenen Jahres hieß es, dass Frasers auch über Finanzinstrumente für Hugo-Boss-Aktien verfüge. Bei Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile müsste Frasers ein Pflichtangebot an die restlichen Aktionäre unterbreiten.

Für die vollständige Übernahme der verbleibenden rund 74 Prozent der Anteile greifen die Briten tief in die Tasche und nehmen knapp zwei Milliarden Euro als reine Barofferte in die Hand. Finanziell abgesichert wird der Riesen-Deal durch ein namhaftes internationales Bankenkonsortium. Da Frasers auf eine Mindestannahmequote verzichtet, hängt das endgültige Gelingen primär von fusionskontrollrechtlichen Genehmigungen sowie dem grünen Licht der Finanzaufsicht BaFin ab. Ein erfolgreicher Abschluss der Transaktion wird für die zweite Hälfte des Jahres 2026 erwartet.

Hugo Boss (WKN: A1PHFF)

Das Übernahmeangebot bringt Fantasie in die Aktie von Hugo Boss zurück. Bereits investierte Anleger bleiben an Bord und spekulieren auf ein mögliches Nachbessern der Offerte. Ein Neueinstieg drängt sich direkt nach dem Kurssprung auf diesem Niveau jedoch nicht mehr auf.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Hugo Boss.

Enthält Material von dpa-AFX

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