08.04.2020 Pierre Kiren

Zoom: Jetzt warnt auch die Politik – das sollten Anleger und Nutzer wissen

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ZOOM VIDEO COMM. A

Die Datenschutzdebatte bei Zoom ebbt nicht ab. Zoom etablierte sich in den vergangenen Wochen zur beliebtesten Video-App der Welt – über 200 Millionen Nutzer zählte der Anbieter im März. Jetzt droht der Erfolg dem Unternehmen zum Verhängnis zu werden. Schuld daran ist eine Sicherheitslücke, die das Unternehmen nicht in den Griff bekommt.

Kunden wie SpaceX und die Raumfahrtbehörde Nasa sprangen bereits ab. In den USA sorgte das Phänomen „Zoomboming“ bereits für mächtig Ärger. In den USA droht dem Konzern eine Klagewelle – die New Yorker Staatsanwaltschaft hat wegen der Datenschutz- und der Datensicherheitspraxis Untersuchungen eingeleitet (DER ÄKTIONÄR berichtete).

Offensichtlich kritisieren auch hierzulande immer mehr Menschen die Geschäftspraktiken des Unternehmens – jetzt schaltet sich sogar die Politik ein: Wie das Handelsblatt berichtet, warnen Politiker von Koalition und Opposition vor der Videokonferenz-App. „Solange Zoom nicht nachweisen kann, dass ihre Software sicher und vertrauenswürdig ist, sollten deutsche Unternehmen auf die Nutzung dieser Video-Plattform weitestgehend verzichten“, sagte der Vorsitzende des Digitalausschusses im Bundestag Manuel Höferlin (FDP) dem Handelsblatt.

Alternativen könnten profitieren

Zoom hat einen rasanten Aufstieg hinter sich. In den USA ist „to zoom“ in den vergangenen Wochen zu einem Eponym für Videotelefonie geworden, wie es einst „skypen“ war.

Neben Skype bietet Microsoft mit „Teams“ eine Möglichkeit zu Videokonferenzen, die dem von Zoom sehr nahe kommt. Der Dienst erfährt aktuell ebenfalls einen deutlichen Nutzeranstieg. Momentan nutzen täglich 44 Millionen Menschen Teams. Im November 2019 lag die Zahl noch bei 20 Millionen.

ZOOM VIDEO COMM. A (WKN: A2PGJ2)

Die Zoom-Aktie hat sich seit Jahresanfang verdoppelt. Mit einem 2020er-KGV von 272 ist der Wert sehr teuer. Zwar wächst Zoom kräftig doch ein echter Burggraben fehlt, um die hohe Bewertung zu rechtfertigen. Mit dem Rechtsproblem steht dem Unternehmen noch Ärger vor der Tür – Ausgang ungewiss – Aktie ist kein Kauf.

Die bessere Alternative: Microsoft bleibt in dem Sektor ein Basisinvestment.