09.04.2020 Marion Schlegel

Zalando: Millionenschweres Sparprogramm – jetzt kaufen?

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Zalando

Der Onlinehändler Zalando will mit einem millionenschweren Sparprogramm die Auswirkungen der Corona-Pandemie abmildern. Die Kostensenkungen sollen sich auf 350 Millionen Euro belaufen, bestätigte eine Sprecherin am Donnerstag der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Zuvor hatte das Magazin "Business Insider darüber berichtet. Zalando ist von einer sinkenden Kauflust der Verbraucher im Zuge der Pandemie erheblich betroffen und hatte in der vergangenen Woche sinkende Ergebnisse für das erste Quartal angekündigt und zudem seine Prognose für das laufende Jahr zurückgezogen.

Zalando habe Maßnahmen ergriffen, um das Geschäft, die Ausgaben und Investitionen sowie die Finanzplanung für das Jahr "an die neuen Gegebenheiten anzupassen", sagte die Sprecherin. "Wir rechnen mit Einsparungen in den Bereichen Marketing, Logistik, bei Gemeinkosten sowie durch reduzierte Investitionsausgaben." Ziel sei es, Entlassungen zu vermeiden.

Zalando (WKN: ZAL111)

Wie "Business Insider" weiter berichtet, sollen die geplanten Einsparungen unter anderem durch Gehaltsverzicht finanziert werden. So werde der Vorstand auf 25 Prozent seiner Vergütung verzichten, die zweite Managementstufe auf 15 Prozent. Geplante Gehaltserhöhungen würden auf Januar 2021 verschoben.

Zalando sei jedoch zuversichtlich. Die aktuelle Situation werde "den Wandel von offline zu online beschleunigen", so die Sprecherin. Das Unternehmen sei überzeugt, dass durch die Investitionen des letzten Jahrzehnts die nötigen Voraussetzungen geschaffen worden seien, um die Krise "gut zu überstehen".

Zalando mag kurzfristig leiden, weil den Kunden derzeit in der Isolation einfach nicht der Sinn nach Mode steht. Mittel- bis langfristig wird die aktuelle Lage den E-Commerce weiter befeuern. Viele Modeläden werden große Probleme bekommen, zumal sie bei der zu erwartenden Rabattschlacht Zalando nicht viel entgegensetzen können. Die Aktie bleibt ein Kauf. Zuletzt konnte sich die Aktie bereits deutlich von ihren Korrekturtiefs entfernen. Die nächste große charttechnische Hürde wartet nun in Form der 200-Tage-Linie.

(Mit Material von dpa-AFX)