Airbus, Boeing und Triebwerkshersteller Safran haben ihre Zahlen bereits vorgelegt. Am Dienstag (24. Februar) präsentiert der Triebwerkshersteller MTU seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025. Die Aktie des Münchner DAX-Konzerns kratzt am Allzeithoch. Morgen wird sich zeigen, ob die Kraft für eine Trendfortsetzung reicht.
Bei MTU lief das Geschäft 2025 zumindest bis in den Herbst besser als erwartet. Der neue Vorstandschef Johannes Bussmann hob bei seiner ersten Zahlenvorlage im Oktober die Gewinnprognose an. Damit folgte er den US-Partnern GE Aerospace und dem Pratt-&-Whitney-Mutterkonzern RTX. „2025 soll erneut ein hervorragendes Jahr für die MTU werden“, sagte Bussmann damals. Bereits im Juni hatte sein Vorgänger Lars Wagner das Gewinnziel angehoben. Wagner wechselte inzwischen zu Airbus nach Toulouse, wo er die Sparte für Passagier- und Frachtflugzeuge leitet.
Zuletzt nahm der MTU-Chef das obere Ende der Prognosespanne ins Visier. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) soll um einen mittleren Prozentsatz im 20er-Bereich auf rund 1,3 Milliarden Euro steigen. Der freie Barmittelzufluss wird bei 350 bis 400 Millionen Euro erwartet. Am Umsatzausblick von 8,6 bis 8,8 Milliarden Euro hielt der Vorstand fest.
Während Boeing sich weiter aus der Krise arbeitet, will Airbus 2026 mit rund 870 Auslieferungen einen neuen Rekord aufstellen und den bisherigen Höchstwert von 863 Maschinen aus dem Jahr 2019 übertreffen.
Allerdings bremst die Triebwerksseite. Airbus-Chef Guillaume Faury kritisierte Pratt & Whitney wegen zu geringer Liefermengen beim Getriebefan-Antrieb für die A320neo-Familie. MTU ist an diesem Triebwerk beteiligt, das etwa jede zweite A320neo sowie sämtliche A220 antreibt. In München betreibt MTU zudem eine von drei weltweiten Endmontagelinien für diesen Antrieb.
Die spritsparenden Turbinen sind stark gefragt, sorgten jedoch für erhebliche Probleme: Wegen fehlerhaften Pulvermetalls bei Turbinenscheiben müssen seit 2023 nahezu alle bis dahin ausgelieferten rund 3.000 Triebwerke überprüft und aufwendig instand gesetzt werden. Hunderte Flugzeuge standen zeitweise am Boden. MTU rutschte 2023 infolge hoher Rückstellungen erstmals in der Unternehmensgeschichte in die roten Zahlen.
Von MTU befragte Analysten gehen davon aus, dass der Konzern seine angehobenen Ziele erreicht hat. Im Schnitt rechnen sie mit:
• Umsatz: 8,7 Milliarden Euro
• Bereinigtes EBIT: gut 1,3 Milliarden Euro
• Freier Barmittelzufluss: 385 Millionen Euro
Für 2026 erwarten die Experten weiteres Wachstum: Der Umsatz soll auf knapp 9,5 Milliarden Euro steigen, das bereinigte operative Ergebnis auf rund 1,4 Milliarden Euro. Beim Barmittelzufluss kalkulieren sie mit 545 Millionen Euro.
Die Aktie des französischen Triebwerksherstellers Safran ist in der vergangenen Woche bereits auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Auslöser waren starke Zahlen und ein angehobener Ausblick. MTU-Vorstandschef Bussmann muss mit Blick auf den Chart ähnlich starke Zahlen präsentieren und in seinen begleitenden Aussagen den richtigen Ton treffen, damit die DAX-Aktie ihren Trend fortsetzt und nachhaltig Kurse jenseits der 400-Euro-Marke ansteuert. Ansonsten dürfte sich die Konsolidierung auf hohem Niveau zunächst fortsetzen.
23.02.2026, 08:20