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14.03.2019 Nikolas Kessler

Wirecard: Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe

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Wirecard

Die Aktie von Wirecard kann am Donnerstagmorgen rund zwei Prozent zulegen, hatte zuvor jedoch erneut heftige Rückschläge einstecken müssen. Nach Wall Street Journal und Financial Times berichtet auch die deutsche Wochenzeitung Die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe kritisch: Versucht der Zahlungsabwickler, die Ermittlungen in Singapur zu behindern?

Laut der Zeitung wirft die Staatsanwaltschaft Singapur dem Unternehmen vor, „legitime Ermittlungen zu beeinflussen“ und „die Ausübung polizeilicher Arbeit zu ersticken“. Bei zwei Durchsuchungen der Geschäftsräume im Februar hätten sich die örtlichen Mitarbeiter nicht sonderlich kooperativ gezeigt, so die Ermittler.

Zudem habe Wirecard anschließend versucht, juristisch gegen die Polizei vorzugehen. Eine Klage auf Rückgabe der beschlagnahmten Dokumente beziehungsweise zur Einschränkung deren Nutzung war am Montag von einem Gericht mangels rechtlicher Grundlage abgewiesen worden.

„Treffen“ oder „Razzia“ – Darstellungen gehen auseinander

Pikant: Nach bisheriger Darstellung von Wirecard hat es in den Büros in Singapur gar keine Durchsuchungen gegeben. Stattdessen habe man sich mit den örtlichen Strafverfolgungsbehörden getroffen, um „umfassendes Unterstützungsmaterial für ihre Ermittlungen“ zur Verfügung zu stellen, heißt es in einem öffentlichen Statement vom 8. Februar. Wirecard selbst wollte das laufende Verfahren gegenüber der Zeit nicht kommentieren, erklärte aber erneut, vollumfänglich mit den Behörden zu kooperieren und an einer schnelle Aufklärung interessiert zu sein.

Kurz nachdem die Financial Times dem Unternehmen in mehreren Artikeln Bilanz-Manipulation bei der Tochter in Singapur vorgeworfen hatte, hat eine auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Einheit der dortigen Polizei im Februar Ermittlungen gegen mehrere Wirecard-Mitarbeiter eingeleitet, darunter auch der Geschäftsführer von Wirecard Asien. Ermittelt werde wegen des Verdachts auf Betrug, Fälschung von Verträgen, Geldwäsche und der Buchung fiktiver Umsätze.

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Volatilität bleibt hoch

Die jüngsten Entwicklungen und Widersprüche werfen kein allzu gutes Licht auf das Unternehmen. Zuvor hatten bereits Meldungen über die Freistellung und das angebliche Verschwinden des für die Region Asien-Pazifik zuständigen Wirecard-Managers für Irritationen gesorgt. Die Hoffnung auf eine zügige Aufklärung der Angelegenheit vom Wochenanfang ist zwischenzeitlich verflogen, einen Großteil der Gewinne musste die Aktie wieder abgeben. Für längerfristige Engagements bleibt die Aktie ein zu heißes Eisen.

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