Investieren wie Peter Lynch - So geht's
06.01.2021 Leon Müller

Wirecard: Das müssen Sie wissen über die wundersame Geldmehrung

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Wirecard

Die Aktie des insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard legt den dritten Tag in Folge deutlich zu, bleibt aber hinter dem Hoch von Dienstag zurück. In Online-Foren wird heftig diskutiert. Einzelne überschlagen sich mit Kurszielen im zweistelligen Bereich. Befeuert werden die Diskussionen von eindeutigen Meldungen bestimmter Internetseiten.

Eine Kursvervielfachung binnen Stunden – das gibt es selbst im Pennystock-Bereich nicht allzu häufig. Die Aktie des insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard stieg am Dienstag zwischenzeitlich um 480 Prozent gegenüber dem niedrigsten Stand am Montag. Ein wilder Zock. Am Ende blieb immerhin ein Plus von 112 Prozent. Heute sehen Marktteilnehmer erneut deutliche Gewinne, wenngleich diese mit 35 Prozent deutlich geringer ausfallen.

Wirecard (WKN: 747206)

Die Suche nach dem Grund für diese wundersame Wertsteigerung gleicht einem Stochern im Nebel. Selbst Marketwatch war die sensationelle Rallye eine kurze Meldung wert. DER AKTIONÄR vermutete am Dienstag kleinere Shorteindeckungen von Hedge Fonds, die nach horrenden Gewinnen gewillt sein könnten ihre Positionen zu schließen.

Derweil wird in einschlägigen Online-Foren heftig über den Kursanstieg diskutiert. Einige User lassen sich hinreißen zu Kurszielen im zweistelligen Euro-Bereich. Woher sich ihr Optimismus speist, lassen sie offen. Fakt ist: Wirecard ist Pleite. Wirecard gilt als einer der größten Betrugsskandale in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Fakt ist: Der parlamentarische Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag ist mit seinen Fragen längst nicht am Ende. Fakt ist: Die Wirecard-Aktie ist vor allem eines – Spielball von Spekulanten.

Das Stochern im Dunkeln geht weiter, das Gezocke ebenso. Erneut ist Wirecard die meistgehandelte Aktie bei Tradegate. Erneut legt sie zweistellig zu. Weiterhin ist die Aktie kein Investment.

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.

Autoren: Galbraith, John Kenneth
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Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6