Günstige Titel für Schnäppchenjäger
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24.09.2015 Werner Sperber

Wirecard: Beinahe herrlich

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DAX

So etwas ist derzeit selten: Die Geschäfte laufen, ein belastendes Szenario hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, institutionelle Investoren mögen das Papier und zudem ist auch noch das Chartbild gut. Das alles trifft auf Wirecard zu. Nur ein kleines Wermutströpfchen verhindert für den Chart das Wort "herrlich" und dennoch dürfte der Aktienkurs Rekorde erreichen.

Das Familienunternehmen Iris von Armin nutzt nun auch die Bezahl-Lösungen von Wirecard, damit die Kunden der Modefirma die Rechnung für die Kaschmir-Kleidung aus dem Internet-Laden online bezahlen können.

Wirecard wird den Wettbewerber Worldpay nicht kaufen, nachdem Worldpay an die Börse gehen möchte. Zuvor war spekuliert worden, Worldpay gehe an Finanzinvestoren oder eben an Wirecard. Doch der Kauf wäre für den TecDAX-Konzern zu groß und nur über eine umfangreiche Kapitalerhöhung zu bezahlen gewesen. Dafür stockte der Alken Fonds aus Luxemburg aktuell die Beteiligung an Wirecard auf etwas mehr als fünf Prozent auf.

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Nur die Durchschnitte stören etwas
Die Notierung von Wirecard hat die beim Rekordhoch von April 2015 begonnene Abwärtstrendlinie überwunden. Die nächste und letzte Hürde ist nun eben dieses Rekordhoch bei 42,75 Euro. Als Absicherung dienen die im August 2011 begonnene Aufwärtstrendlinie bei derzeit 36 Euro und das Hoch von Februar 2014 bei 34,45 Euro. Der kleine Wermutstropfen sind die gleitenden Durchschnittslinien, denn die 38-Tagelinie befindet sich derzeit unterhalb der 200-Tagelinie; allerdings steigt die 38-Tagelinie bei momentan 37,25 Euro stärker an als die 200-Tagelinie bei 38,20 Euro. Sobald die 38-Tagelinie die 200-Tagelinie nach oben durchschneidet ist ein neues, starkes Kaufsignal erzeugt.

DER AKTIONÄR bleibt bei der positiven Einschätzung. Fundamental und charttechnisch ist der Weg nach oben für den Aktienkurs von Wirecard frei.

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.
Die Geschichte der Spekulationsblasen

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6