8 Aktien mit maximalem OHO-Effekt
29.04.2019 Börsen. Briefing.

Wirecard-Aktie: Sind die jetzt alle verrückt?

-%
Wirecard

Die Aktie der Wirecard AG legt zu Beginn der neuen Woche einen starken Auftritt aufs Börsenparkett und stemmt sich mit ihrem Plus gegen den Markttrend. Beflügelnd wirken Meldungen aus der Vorwoche, ein neuerliches Kuriosum sowie eine ganz aktuelle Meldung, die eine ganz profane Frage aufwirft: Sind die jetzt alle plötzlich verrückt geworden?

Wirecard ist jetzt wieder mehr wert als die Deutsche Bank. Nicht die Aktie, sondern das gesamte Unternehmen. Das FinTech aus Aschheim bei München, das im Herbst die Commerzbank aus dem DAX drängte, hat jetzt trotz des durch kritische Artikel der Financial Times ausgelösten Kurssturzes wieder die Deutsche Bank bezogen auf die Marktkapitalisierung überholt. Ist damit zwar nicht zum ersten vorbeigezogen, dafür aber zum wiederholten Mal. Kurios: Das FinTech-Unternehmen, das im Mittelpunkt eines medialen Skandals steht, ist jetzt wieder mehr wert als Deutschlands an der Bilanzsumme gemessen größte Bank, die gerade mit ihrem Vorhaben einer Fusion mit der Commerzbank gescheitert ist.

Getragen wird die gute Entwicklung der Aktie zu Beginn der neuen Woche von der Nachrichtenlage der vergangenen Woche. Softbank-Einstieg und gute Unternehmenszahlen wirken nach.

Auch positive Analystenkommentare tragen zur guten Gesamtstimmung bei. Vergangene Woche äußerte sich nach der Bilanzvorlage eine ganze Reihe an Analysten – meist positiv. Heute folgt eine aktuelle Einschätzung, die weiteren Optimismus versprüht: Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat das Kursziel für Wirecard von 220 auf 235 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Ergebnisse der Prüfung durch EY stärkten seine Ansicht, dass die wiederholten Vorwürfe der Financial Times an den Zahlungsabwickler unberechtigt seien, schrieb Analyst Robin Brass in einer am Montag vorliegenden Studie. Das höhere Kursziel basiere derweil auf einem höheren Cashflow.

An dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein: Sind die meisten Analysten schlicht und einfach verrückt geworden, ein Unternehmen wie Wirecard zum Kauf zu empfehlen. Oder liegen sie richtig – und die Financial Times vollkommen falsch? Die Antwort auf die Frage liefert derzeit die Börse: Die Aktie steigt. Und gibt den Analysten, nicht der FT recht.

DER AKTIONÄR hält weiterhin überzeugt an seiner Aktien-Musterdepot-Position Wirecard fest. Das Papier wurde am 10. April 2019 zu 107,30 Euro je Stück in das mit einer Performance von weit über 1.900 Prozent erfolgreiche Aktien-Musterdepot aufgenommen.

Wie es mit der der Aktie von Wirecard weitergeht, lesen Sie regelmäßig in DER AKTIONÄR sowie im Börsen.Briefing., dem kostenfreien täglichen Newsletter des Anlegermagazins DER AKTIONÄR. Registrieren Sie sich einfach und unverbindlich unter www.boersenbriefing.de mithilfe Ihrer E-Mail-Adresse und bleiben Sie mit dem Börsen.Briefing. auf dem Laufenden. Es lohnt sich.

Ein Beitrag von Leon Müller, Chefredakteur des Magazins DER AKTIONÄR und Chief Editor Börsen.Briefing. – dem täglichen Newsletter des Anlegermagazins DER AKTIONÄR (registrieren Sie sich kostenfrei unter www.boersenbriefing.de)

Mit Material von dpa-AFX

Börsen.Briefing Newsletter
Bleiben Sie über die neuesten Entwicklungen bei spannenden Unternehmen und der Börse auf dem Laufenden. Lesen Sie das Börsen.Briefing. – den täglichen Newsletter des AKTIONÄR.

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6