03.12.2018 Benedikt Kaufmann

Wechsel an der Führungsspitze – Microsoft löst Apple ab

-%
Microsoft
Trendthema

Am Freitag hat Microsoft Apple als wertvollsten Konzern an der Börse abgelöst. Während der iPhone-Riese aufgrund schwächelnder Verkaufszahlen strauchelt, bleibt die Wachstumsstory von Microsoft intakt. Die Cloud-Strategie unter dem neuen CEO Satya Nadella geht voll auf und sorgt für rasante Kursgewinne.

Zum ersten Mal in den vergangenen acht Jahren ist Microsoft mehr Wert als Apple. Mit einer Marktkapitalisierung von 851 Milliarden Dollar liegt der Windows-Konzern rund vier Milliarden Dollar über dem Marktwert des iPhone-Konkurrenten.

Dabei ist es bereits das zweite Mal, dass Microsoft zum wertvollsten Konzern der Welt gekrönt wird. Zum ersten Mal erreichte die Redmonder Firma die Spitze, als Windows und Office einen durchschlagenden Erfolg lieferten. Doch 2010, als der PC-Absatz und damit auch die Windows-Verkäufe zurückgingen, wurde Microsoft von Apple überholt.

Nadella macht Microsoft fit für die Zukunft

Dass Microsoft sich jetzt wieder an der Spitze setzt, ist wohl auf Satya Nadella zurückzuführen. Der CEO, der im Februar 2014 das Ruder beim Tech-Giganten übernahm, machte schnell klar, dass ein Richtungswechsel bevorstand. Seine Devise lautete „Mobile and cloud first“. Wenige Jahre später sollte sich zeigen, dass Nadella mit seiner Strategie goldrichtig lag. Seit dem Amtsantritt von Nadella hat sich Microsoft deutlich gewandelt.

Bezeichnend für den Richtungswechsel unter Nadella ist auch die Öffnung zur entwicklerfreundlichen Open-Source-Software. Während Ballmer das offene Betriebssystem Linux als „Krebsgeschwür“ bezeichnete, „das in Bezug auf geistiges Eigentum alles befällt, was es berührt“, und nicht kompatibel zu eigener Software sei, denkt Microsoft unter Nadella um.

Der Plan des Neuen: Nicht alles zwanghaft unter das Dach von Windows bringen, sondern vielmehr die unterschiedlichen Geräte besser mit Windows verknüpfen. Microsofts steckt damit mitten in der Wandlung vom reinen proprietären Softwarekonzern hin zu einem Open-Source-Plattform-Anbieter, der zahlreiche Geräte und Entwicklungen verbindet.

Dabeibleiben!

Microsoft macht sich fit für eine digitale Zukunft mit vernetzten Geräte und KI. Das Sentiment gegenüber der Aktie bleibt dabei auch im schwächeren Gesamtmarkt intakt – im Gegensatz zu den großen FAANG-Titeln ist Microsofts Story tadellos. Solange Azure, Office365 und Dynamics 365 weiter wachsen, dürfte auch der Aufwärtstrend weitergehen. Anleger bleiben dabei.