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23.07.2015 Thomas Bergmann

Volle Power (Der Aktionär 30/15 HotStockDerWoche)

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Gianbeppi Fortis ist Italiener, Vorstand eines französischen Unternehmens, dessen Hauptsitz in Luxemburg liegt. Seit November ist Solutions 30 auch in Deutschland gelistet. Hintergrund ist die geplante Expansion auf dem deutschen Markt, die der beeindruckenden Erfolgsstory der Franzosen ein weiteres Kapitel hinzufügen dürfte.

Europas Branchenführer
Solutions 30 ist einer der führenden IT-Dienstleister in Europa für die Installation und Fehlerbehebung von IT-Hardware sowie die Schulung und Beratung von Anwendern. Das Unternehmen installiert im Auftrag von Großkonzernen intelligente Energiezähler, schult Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen an Anlagen und Systemen oder übernimmt für Computerhersteller wie Hewlett-Packard den Ersatz- und Reparaturservice.
Täglich wickeln die 1.500 Techniker mehr als 4.000 Aufträge ab – „und das zu attraktiven Konditionen“, so Fortis. Auf die Frage, was Solutions 30 sonst noch von der Konkurrenz abhebt, sagt der Konzernchef: „Wir haben ein langjähriges Know-how und eine eingespielte Lo­gistik vor Ort.“ Darüber hinaus sei das Unternehmen direkt in die IT-Systeme der großen Kunden wie Orange oder Vodafone eingebunden. Der Italiener hat auch keine Angst vor der Konkurrenz: „Hochskalierbare Geschäftsmodelle wie unseres lassen sich auch mit viel Geld nicht einfach kopieren.“

Rekordauftrag
Aus eben genannten Gründen dürfte die Firma den größten Auftrag der Firmengeschichte an Land gezogen haben. Der französische Stromnetzbetreiber ERDF hat Solutions 30 damit beauftragt, 3,1 Millionen neue Smart Meter mit dem Namen „Linky“ zu installieren. Die Auftragsvergabe erfolgte im Rahmen des Programms zur flächendeckenden Einführung von intelligenten Stromzählern in Frankreich. Diese umfasst in der ersten Phase 10,1 Millionen Geräte, von denen Solutions 30 einen Marktanteil von 30 Prozent einnimmt.
Das Unternehmen sollte mit weiteren Großaufträgen rechnen können, denn in Frankreich wurde das politische Ziel ausgegeben, bis 2022 alle bestehenden 35 Millionen Stromzähler durch neue Linky-Meter zu ersetzen. „Und hierbei geht es ausschließlich um Frankreich“, sagt Analyst Peter Hasler von Sphene Capital. „Im dritten EU-Energiepaket wurden alle Mitgliedstaaten – auch Deutschland – aufgefordert, intelligente Messsysteme als Voraussetzung für das europäische Smart Grid zu implementieren. Andere Länder werden daher folgen. Das ist ja auch ein Grund für die von Solutions 30 forcierte Internationalisierung“, so der Experte.
Vor allem auf dem deutschen Markt will Fortis Gas geben. „Ich gehe davon aus, dass wir im laufenden Jahr unsere Präsenz in Deutschland nochmals deutlich ausbauen werden.“ Laut Hasler verfolgt Solutions 30 einen klugen Mix aus organischem und externem Wachstum, wobei das Unternehmen nach einem einheitlichen Schema vorgeht: Übernommen werden ausschließlich kleine, lokal tätige Gesellschaften, die meist nicht die kritische Masse haben, um langfristig eigenständig am Markt zu überleben. Dafür müssen dann auch keine hohen Kaufpreise bezahlt werden. „Die Übernahme von vielen kleinen Unternehmen versetzt Solutions 30 dann letztlich in die Lage, seine Dienstleistungen landesweit anzubieten – und für die führenden IT-Unternehmen zum bevorzugten Partner aufzusteigen“, so Hasler.

Günstige Aktie
Fortis ist überzeugt, in den sechs Ländern, in denen Solutions 30 aktiv ist, an die Umsatzgröße aus Frankreich heranwachsen zu können. Mittelfristig rechne er daher mit einem Umsatzanstieg auf 350 bis 450 Millionen Euro. Hasler rechnet im kommenden Jahr mit 180 Millionen Euro Umsatz und 1,25 Euro Gewinn pro Aktie, was einem KGV von 14 entspricht. Dies ist äußerst günstig, wenn man berücksichtigt, dass das Gewinnwachstum zwischen 2014 und 2016 durchschnittlich 76 Prozent beträgt. Fortis erwartet ein überdurchschnittliches Wachstum über viele weitere Jahre.

Viel Spaß damit!
Die Bereiche Internet der Dinge, Highspeed-Internet, Smart-Metering und mobiler Zahlungsverkehr bieten Solutions 30 auf Jahre hinaus hohe Wachstumspotenziale. Der Kurs hat folglich noch viel Luft nach oben.


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Behandelte Werte

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