25.05.2011 Florian Westermann

Volkswagen könnte US-Standort Chattanooga massiv ausbauen

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Trendthema

Der Autobauer Volkswagen hat in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee Werk Nummer 62 eröffnet. Auch ein weiterer Ausbau der Fabrik ist denkbar. Schließlich sind die USA der Schlüssel für die Wolfsburger auf dem Weg zur Weltspitze.

Am gestrigen Dienstag hat Volkswagen-Chef Martin Winterkorn feierlich das neue Werk der Wolfsburger in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee offiziell eingeweiht. Bis 2018 will VW seine Kontrahenten Toyota und GM überholen und zur weltweiten Nummer 1 aufsteigen. Der US-Markt spielt dabei eine entscheidende Rolle. Bis 2018 wollen die Wolfsburger den Konzernabsatz in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten von zuletzt 360.000 Fahrzeugen auf eine Million steigern.  

Rekordabsatz angepeilt

"Das Auto is finally back in the States", sagte VW-Markenchef Michael Macht auf der eigens einberufenen Pressekonferenz zur Eröffnung des Werks Chattanooga. Die Kapazität könne leicht auf 300.000 Fahrzeuge im Jahr verdoppelt werden. Die Entscheidung sei Winterkorn zufolge abhängig vom Erfolg des Passat und könne bereits in den kommenden zwölf Monaten fallen. "Bis 2018 wollen wir VW an die Weltspitze führen", so der Manager. Dabei zielen die Wolfsburger nicht alleine auf die Absatzzahlen, sondern auch auf die Profitabilität, Qualität und Nachhaltigkeit ab. "Die Vereinigten Staaten spielen dabei eine entscheidende Rolle". Früheren Aussagen zufolge will der Autobauer ab 2013 wieder schwarze Zahlen in den USA schreiben. Im laufenden Jahr befindet sich VW laut Winterkorn auf Kurs, einen Rekordabsatz einzufahren.

Auf die USA zugeschnitten

Der Autobauer hatte den USA als Produktionsstandort Ende der 80er Jahre den Rücken gekehrt. In der im Südosten der USA gelegenen Stadt werden rund 2.000 Mitarbeiter jährlich bis zu 150.000 speziell auf die USA zurechtgeschnittene "All-New Passat" produzieren. Das Modell ist größer als das europäische Pendant und mit 20.000 Dollar deutlich günstiger, verzichtet allerdings auch auf einige Details. Mit diesem Preis befindet sich der US-Passat auf Augenhöhe mit Konkurrenzfahrzeugen wie dem Honda Accord und dem Hyundai Sonata. Bislang war der Import-Passat rund 8.000 Dollar teurer.

Die Geschäfte laufen

Volkswagen befindet sich auf Rekordkurs. Mit der neuen Fabrik in Tennessee stehen die Chancen gut, dass die Wolfsburger ihre Stellung in den USA ausbauen können. DER AKTIONÄR hält an seiner positiven Einschätzung fest. Das Kursziel für die VW-Vorzugsaktie (Stopp: 95 Euro) liegt unverändert bei 140 Euro.