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07.05.2021 Andreas Deutsch

Verkäufe auf Rekordniveau: Profis fliehen aus Aktien

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DowJones

Die Zeiten, in denen die Aktienkurse auf breiter Front durch die Decke gingen, sind vorbei. Vorerst zumindest. Selbst auf starke Unternehmenszahlen reagiert der Markt – gelinde gesagt – kühl. Viel Positives ist offenbar in den Aktienkursen eingepreist. Institutionelle Anleger haben längst gehandelt.

Laut Bank of America haben sich ihre Hedgefonds-Kunden in den vergangenen Wochen massiv von Aktien getrennt. Sie seien „extreme Verkäufer“ gewesen, so die Bank, und zwar vor allem von Tech-Aktien. Der durchschnittliche 4-Wochen-Mittelzufluss bei den Hedgefonds sei der niedrigste seit 2008 gewesen.

Bank of America

Auch die Insider haben derzeit kein großes Vertrauen in die Aktienmärkte. Der von SentimenTrader berechnete Indikator, der die Nettokäufe der Insider analysiert, zeigt aktuell mit 10,42 Punkten den pessimistischsten Wert seit dem Beginn der Erfassung der Daten im August 1997 an.

Woher kommt die Skepsis? In erster Linie sind die Kurse weit gestiegen und etliche Aktien sind bei Weitem nicht mehr günstig bewertet. Die Börse hat monatelang die „beste aller Welten“ gespielt: geimpfte Nationen, sich stark erholende Volkswirtschaften und Notenbanken, die weiter ohne Ende billiges Geld drucken.

Doch die beste Welt bekommt Risse. Die Preise für alle möglichen Güter sind innerhalb kurzer Zeit explodiert, weswegen die Bank of America vor „vorübergehender Hyperinflation“ warnt. Die Zins-Angst geht um – und drückt auf die Stimmung.

Das zeigt sich auch dadurch, dass die meisten Unternehmen zwar Top-Zahlen für das erste Quartal vorgelegt haben, aber die Kurse trotzdem nicht stiegen. Bestes Beispiel: Amazon. Der US-Konzern hatte die Erwartungen für das erste Quartal pulverisiert und einen klasse Ausblick abgegeben – trotzdem erwies sich das Break auf ein Rekordhoch als Fehlsignal.

Zwar sind die Aufwärtstrends der großen Indizes intakt, trotzdem empfiehlt es sich, derzeit vorsichtiger zu agieren, Stopps zu beachten und Pulver trocken zu halten. Kurzfristig könnte es einen Dip geben, der wäre dann aber eine Kaufchance, denn nach wie vor gibt es keine Alternative, die es mit Aktien aufnehmen kann.

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