15.02.2019 Marion Schlegel

Verblüffend: Nvidia trotz Gewinneinbruch im Q4 nachbörslich +8,2 Prozent – was ist da los?

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Das vierte Quartal ist für den Grafikkarten-Spezialisten Nvidia enorm schlecht verlaufen. Jensen Huang, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Nvidia sagte: „Q4 war ein außergewöhnliches, ungewöhnlich turbulentes und enttäuschendes Quartal.“ Der Gewinn fiel im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 567 Millionen Dollar. Der Umsatz sackte um fast ein Viertel auf 2,2 Milliarden Dollar ab, wie Nvidia nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Der Konzern hatte bereits Ende Januar die Erlösprognose um 500 Millionen Dollar auf diesen Wert gekappt. Die Aktie verlor danach rund ein Fünftel ihres Wertes.

Quelle: Nvidia

Im gestrigen Handel legte das Papier nun im nachbörslichen Handel um mehr als acht Prozent zu. Insbesondere fiel der bereinigte Gewinn pro Aktie etwas besser aus als am Markt erwartet worden. Nvidia war im Schlussquartal 2018 ein weiterer Hightech-Konzern geworden, der die Abschwächung der chinesischen Wirtschaft stark zu spüren bekam. Die schwächere Konjunktur in China habe dort die Nachfrage von Verbrauchern nach Nvidias Grafikkarten beeinträchtigt, hieß es bereits zur Senkung der Prognose.

Während die weltweiten Verkäufe der neuen, traditionell teuren Top-Modelle mit deutlich verbesserter Leistung niedriger als erwartet ausgefallen sind (der Quartalsumsatz im Gaming-Geschäft fiel im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 945 Millionen Dollar), legte das Geschäft mit Rechenzentren, wo Technik der Firma zum Beispiel für Anwendungen auf Basis lernender Maschinen und künstlicher Intelligenz eingesetzt wird zu. Die Erlöse stiegen hier um zwölf Prozent auf 679 Millionen Dollar. Mit Computern für Fahrassistenz-Systeme und künftige autonome Autos machte Nvidia 163 Millionen Dollar Umsatz - 23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Äußerst zufrieden zeigten sich die Anleger mit dem Ausblick: Der Grafikkarten-Spezialist rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit stabilen oder allenfalls leicht rückläufigen Umsätzen im Vergleich zu den 11,7 Milliarden Dollar im Jahr 2018. Damit fällt die Prognose besser aus als von Analysten erwartet. Diese rechneten bisher mit 10,8 Milliarden Dollar.

Diese Marken sollten Anleger im Auge behalten

Mit dem nachbörslichen Kurssprung der Aktie auf 162,75 Dollar hat das Papier wieder ein erstes positives Signal liefern können. Die nächste wichtige Hürde, die es zu überwinden gilt und die auch ein erstes Kaufsignal bedeuten würde, wartet nun bei 175 Dollar.

(Mit Material von dpa-AFX)