Bitcoins jüngster Kurssturz setzt die größte Krypto-Schatzkammer der Welt unter massiven Druck. Zum ersten Mal seit 2023 ist der Preis des Tokens unter die durchschnittlichen Anschaffungskosten von Strategy gefallen. Für den Gründer Michael Saylor ist das ein kritischer Moment. Trotzdem hat er in gewohnter Manier am Sonntag bereits einen anstehenden Kauf am heutigen Montag angeteasert.
Die Kostenbasis des Unternehmens liegt aktuell bei 76.037 Dollar. Lange Zeit galt dieser Wert als psychologischer Boden. Doch dieser gab nach, als Bitcoin am Wochenende und im asiatischen Handel am Montag unter die Marke von 76.000 Dollar rutschte. Die Folgen sind deutlich: Die Aktie von Strategy hat mittlerweile fast 70 Prozent von ihrem Höchststand verloren.
Zwar droht dem Unternehmen kein unmittelbarer finanzieller Kollaps. Strategy muss keine Nachschussforderungen – sogenannte Margin Calls – fürchten und wird kaum gezwungen sein, Bestände zu verkaufen. Auch hat die Firma durch gezielte Aktienverkäufe ein Cash-Polster von rund 2,25 Milliarden Dollar aufgebaut. Doch ohne eine schnelle Erholung des Bitcoin-Kurses schrumpft der strategische Spielraum der Firma spürbar.
Das Ende der Arbitrage-Maschine
Der Kern von Saylors Strategie war bisher ein simpler Mechanismus. Das Unternehmen verkaufte eigene Aktien zu einem Preis, der deutlich über dem Wert der gehaltenen Bitcoins lag. Mit diesem frischen Kapital kaufte Saylor dann weitere Token. Dieser Arbitrage-Trick machte die Aktie während des Krypto-Booms zum Liebling spekulativer Anleger. Doch diese Phase scheint vorerst beendet.
Während Strategy weiterhin mehr als 712.000 Token hält, ist der Wert dieses Schatzes zuletzt geschrumpft. Gleichzeitig verblasst die Erzählung vom Bitcoin als sicherem Hafen gegen Inflation. In jüngster Zeit reagierte die Kryptowährung kaum noch auf geopolitische Schocks oder einen schwächeren Dollar.
Optimismus in einer Abwärtsspirale
Dieser Stimmungsumschwung lässt Strategy kaum noch Platz zum Atmen. Da der Aufschlag der Aktie gegenüber dem Bitcoin-Besitz verschwunden ist, riskieren neue Aktienemissionen lediglich eine Verwässerung für die Altaktionäre, ohne einen echten strategischen Vorteil zu bringen.
Marktbeobachter erwarten für den Handelsstart in den USA weitere Kursverluste der Aktie. Da der Börsenwert des Unternehmens und der Wert der gehaltenen Token mittlerweile fast identisch sind, verändern schon kleine Bewegungen beim Bitcoin die gesamte Wahrnehmung von Saylors Experiment.
Michael Saylor reagierte dennoch gewohnt offensiv. Auf der Plattform X postete er am Sonntag ein Chartbild der bisherigen Käufe mit dem Kommentar „More Orange“. In der Branche ist dies das etablierte Signal für weitere Zukäufe.
More Orange. pic.twitter.com/b5iYIMARJX
— Michael Saylor (@saylor) February 1, 2026
Strategy ist kein Krypto-Hebel mehr, sondern nur noch ein Spiegelbild des volatilen Marktes. Das Risiko besteht darin, dass der einstige Vorreiter von seiner eigenen Strategie eingeholt wird. DER AKTIONÄR rät bereits seit Längerem, die Finger von der Strategy-Aktie zu lassen.
Heute, 08:53