Nachdem der Energiekonzern Uniper im Zuge der ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland 2022 in eine schwere Krise schlitterte, musste er vom Staat gerettet werden. Dieser hält seither 99 Prozent der Anteile und würde diese nun gerne wieder verkaufen. Die Liste der Interessenten an den Uniper-Aktien ist lang.
Neben dem Energieversorger RWE und dem Finanzinvestor KKR interessieren sich offenbar mehrere weitere Parteien für den verstaatlichten Düsseldorfer Energiekonzern Uniper. Als aussichtsreichste Konkurrenten gelten derzeit der norwegische Energiekonzern Equinor sowie ein Konsortium aus Brookfield Asset Management und dem Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB). Beide Seiten sollen fristgerecht unverbindliche Angebote eingereicht haben.
Darüber hinaus berichtete das „Handelsblatt“, dass auch EPH ein Gebot abgegeben habe. Der tschechische Energiekonzern gehört dem Milliardär Daniel Křetínský. Im weiteren Verlauf des Verkaufsprozesses waren zudem der japanische Versorger Jera und die kanadische Pensionskasse Caisse de dépôt et placement du Québec als mögliche Interessenten genannt worden. Insgesamt soll es zeitweise rund zehn potenzielle Bieter gegeben haben. Ob sämtliche dieser Parteien noch im Rennen sind, ist allerdings offen.
Besonders interessant wäre ein Einstieg von Equinor. Die Norweger verfügen über eine starke Position bei der Erdgasförderung und könnten Uniper dadurch langfristig mit zusätzlichem Gas aus Norwegen versorgen. Umgekehrt besitzt Uniper umfangreiche Aktivitäten im Gashandel, bei der Beschaffung, Speicherung und Stromerzeugung in Europa.
Für Equinor ergäben sich bessere Möglichkeiten, Gaslieferungen, LNG, Speicher und Kraftwerke gemeinsam zu steuern. Das könnte die Versorgungssicherheit in Europa stärken und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten verringern. Uniper wiederum würde einen finanzstarken Eigentümer mit langfristigem strategischem Interesse erhalten. Mit Equinor unterhält der Konzern bereits Geschäftsbeziehungen und schloss erst Ende August einen größeren Erdgas-Liefervertrag mit den Norwegern. Allerdings könnte es auch politische Bedenken geben, was wiederum RWE einen Vorteil bescheren könnte.
Es dürfte spannend werden, wer sich wie bei einer möglichen Übernahme von Uniper positionieren wird. Equinor ist jedenfalls aktuell in einer sehr guten Verfassung, da die Gewinne aufgrund der hohen Gaspreise sprudeln. Die immer noch relativ günstige Dividendenperle bleibt ein attraktives Investment, zumal auch der Chart spannend ist. Der Stoppkurs kann vorerst noch bei 27,00 Euro belassen werden.
Wer bei der RWE-Aktie investiert ist, beachtet weiterhin den Stoppkurs bei 44,00 Euro.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Uniper.
Heute, 12:17
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