06.04.2020 Florian Söllner

Tesla-Rallye! Nur dieser Bär sieht „enormes Problem“ – über Corona hinaus

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Tesla

Für einen Moment sind die aktuellen Probleme der Autobranche vergessen. Tesla hat starke Zahlen für das Q1 vorgelegt. Mit 88.400 Stück wurden in den ersten drei Monaten deutlich mehr als die 79.000 von Analysten erwarteten ausgeliefert. Die Aktie startete eine Erholungsrallye, die durchaus noch einige Tage anhalten kann. Zumal das neue Model Y selbst beim Tesla-Kritiker Sandy Munro gut ankommt: „Es wird sich verkaufen“.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Nun meldet sich jedoch Tesla-Bär Gordon Johnson zu Wort. Der Analyst erinnert daran, dass die jüngst „übertroffenen“ Auslieferungszahlen auf den Vergleich zu Schätzungen basieren, die erst jüngst tiefer gesetzt wurden und zuvor noch bei über 90.000 Auslieferungen für das Q1 lagen. Für ihn sei der Jubel verfrüht – denn trotz des Hochlaufens der Fabrik in China im Q1 und dem erstmaligen Verkauf des Model Y seien die jüngsten Absatzzahlen nur ein Wachstum von 5,5 Prozent gegenüber dem Niveau des Q3 2018.

Er weist erneut darauf hin, dass Tesla jedoch zu enormen Wachstum verdammt sei, da die Bewertung außergewöhnlich hoch ist. So liegt die Marktkapitalisierung mit über 80 Milliarden Euro über der von VW, obwohl dieser Autobauer 10,5 Millionen Autos in 2019 und Tesla 0,4 Millionen verkauft habe.

Doch im Schnitt erwarten Analysten 2021 immerhin ein knapp 40 prozentiges Wachstum von Tesla. Johnson glaubt an weniger und sieht ein „offensichtliches Nachfrageproblem“ bei Tesla.

Die mahnende Stimme zeigt: Tesla ist zwar der am schnellsten wachsende Autohersteller, doch die neuen Produkte Model Y und Cybertruck müssen einschlagen, sonst wird die Luft für die Aktie sehr dünn. Kurzfristig ist mit den Q1-Zahlen wieder etwas Schwung in der Aktie. Trader können mit engem Stopp die Gewinne laufen lassen. Langfristinvestoren setzen weiterhin nur wenig ein – die Risiken sind durch das Coronavirus nicht kleiner geworden.

Eine ausführliche Einschätzung lesen Sie im neuen AKTIONÄR, der Mitte dieser Woche erscheint.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Tesla.

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