08.06.2015 Jonas Groß

Talfahrt fortgesetzt: Wann dreht die Wirecard-Aktie?

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Wirecard

Die Wirecard-Aktionäre müssen derzeit Einiges mitmachen. Die Aktie des Zahlungsabwicklers befindet sich seit Wochen auf Talfahrt und verlor binnen 14 Tagen über zwölf Prozent. Auch am heutigen Montag setzte sich der Kursrückgang fort. Grund hierfür war ein Analystenkommentar der US-Investmentbank JPMorgen.

Geringere Popularität bei Fonds

Dem Analysten Eugene Klerk zufolge verliert die Aktie derzeit bei den Fonds, die sich auf kleinere und mittlere europäische Unternehmen spezialisiert haben, rasant an Popularität. Wirecard sei besonders deutlich in der Gunst abgerutscht, so der Experte.

Negative Analystenstimmen

Der JPMorgen-Kommentar ist nicht die einzige negative Analystenstimme der letzten Wochen. Vor allem die Credit Suisse sorgte in den letzten Wochen für Aufsehen. Die Experten der Bank sehen das Kursziel bei 27 Euro (aktueller Kurs: 35,92 Euro). Auf dem Papier sei der Zahlungsabwickler in einem der wachstumsstärksten Bereiche aktiv, schrieb Analyst Charles Brennan. Aber: Brennan rät, vor allem auf die Rendite des Free Cashflow zu schauen. Auf dieser Basis liege die Bewertung von Wirecard deutlich über der Branche. 

Insiderkäufe

Erneut versucht der Vorstand, durch Insiderkäufe gegenzusteuern. Am vergangenen Freitag hatte ein Geschäftsführer Wirecard-Wertpapiere im Wert von 1.46 Millionen Euro erworben. Schon Wirecard-Vorstand Markus Braun hatte am 28. Mai weitere 60.000 Aktien im Wert von 2,26 Millionen Euro gekauft. Schon Wochen zuvor kaufte Braun über seine Firma MB Beteiligungsgesellschaft eigene Aktien im Wert von 5,3 Millionen Euro.

Business-to-Business-Zahlungslösung für chinesischen Markt

Ebenfalls positiv: Wirecard präsentierte am heutigen Montag eine Zahlungslösung zur Abwicklung elektronischer Zahlungen in chinesischen Renminbi. Diese Zahlungsart soll vor allem im Business-to-Business-Markt eingesetzt werden. Frost & Sallivan rechnen für das Jahr 2020 mit einem weltweiten elektronischen Handelsvolumen zwischen Unternehmen von ca. 6,7 Billionen Dollar. China soll sich mit 2,1 Billionen Dollar zum größten Einzelmarkt entwickeln.

“Der schnell wachsende chinesische Business-to-Business Markt stellt für unsere Kunden und für Wirecard eine bedeutende Wachstumschance dar.” erläutert Dr. Markus Braun, CEO der Wirecard AG. “Mit diesem neuen Service folgen wir den Anforderungen unserer Geschäftskunden in Europa und Asien, indem wir unsere Zahlungsplattform um spezielle B2B-Lösungen für den chinesischen Markt ergänzen.”

Zuschlagen!

Die Aktie ist auf dem aktuellen Niveau zwar nicht billig, jedoch sind die Aussichten der Branche hervorragend. Wirecard wird sicherlich vom Trend hin zu bargeldlosem Zahlen profitieren. Anleger können den Insiderkäufen folgen und selbst Anteile erwerben. Langfristig ist die Wirecard-Aktie eines der aussichtsreichsten Papiere im TecDAX

(Mit Material von dpa-AFX)

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