++ Trotz Krise: 5 Aktien mit Bullenpower! ++

Tabak‑Aktien unter Druck: EU‑Land plant Generationen‑Rauchverbot

Tabak‑Aktien unter Druck: EU‑Land plant Generationen‑Rauchverbot
Foto: LordHenriVoton/iStockphoto
Imperial Brands Plc - %
Jan-Paul Fóri Heute, 14:15 ‧ Jan-Paul Fóri
Logo: DER AKTIONÄRJetzt bei Google bevorzugen
Top-Analysen. Direkt für Sie. Bei Google.
  • Unsere Analysen ganz oben bei Google
  • Kostenlos schneller informiert
  • Jederzeit anpassbar

Neue Gefahr für die Tabakbranche: Frankreich könnte den Verkauf von Tabak an jüngere Generationen dauerhaft verbieten. Ein entsprechender Vorstoß hat eine erste parlamentarische Hürde genommen. Für Philip Morris, British American Tobacco und Co wächst damit der politische Gegenwind in Europa. Zuvor hatten schon andere Länder ähnliche Schritte unternommen.

Der französische Vorstoß orientiert sich an vergleichbaren Plänen und Regelungen in Großbritannien und Australien. Vorgesehen ist ein dauerhaftes Verkaufsverbot für Menschen, die ab einem bestimmten Stichtag geboren wurden. Damit könnte eine ganze Generation auch im Erwachsenenalter keine Tabakprodukte mehr legal kaufen.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Der Sozialausschuss der französischen Nationalversammlung hat am 15. Oktober einen entsprechenden Änderungsantrag angenommen. Die Regelung soll nach dem derzeitigen Vorschlag am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Noch ist die Entscheidung allerdings nicht endgültig. Für Anleger stellt sich bereits jetzt die Frage, welche Tabakkonzerne bei einer Umsetzung besonders unter Druck geraten könnten.

  • Betroffene Jahrgänge: Menschen, die am oder nach dem 1. Januar 2009 geboren wurden.
  • Geplanter Start: 1. Januar 2027.
  • Parlamentarischer Stand: Der Sozialausschuss der französischen Nationalversammlung hat den Änderungsantrag am 15. Oktober angenommen.
  • Mögliche Sanktionen: Händlern droht laut Vorschlag eine Abgabe von fünf Prozent ihres Umsatzes mit Tabakwaren.

Anders als bei einer klassischen Altersgrenze würde das Verbot dauerhaft für bestimmte Geburtsjahrgänge gelten. Betroffene dürften somit auch mit 18, 30 oder 50 Jahren keine Tabakprodukte legal erwerben. Die geplante Abgabe für Händler soll fünf Prozent des Umsatzes mit Tabakwaren betragen. Die Einnahmen wären für die nationale Krankenversicherung vorgesehen und sollen Präventions- und Gesundheitspolitik finanzieren. Für die Tabakkonzerne wäre das ein weiterer Eingriff in einen ohnehin stark regulierten Markt. Langfristig könnte ein dauerhaft ausgeschlossener Teil der Bevölkerung die Zahl potenzieller Neukunden begrenzen.

Noch ist das Verbot nicht beschlossen

Anleger sollten allerdings nicht vorschnell von einer Umsetzung ausgehen. Der Änderungsantrag muss erneut ins Plenum eingebracht werden. Anschließend sind die Zustimmung der Nationalversammlung und des Senats erforderlich. Zudem könnte eine Überprüfung durch den französischen Verfassungsrat folgen. Der BTIG-Analyst Owen Bennett weist darauf hin, dass die Zustimmung noch keineswegs sicher sei. Zugleich gebe es allerdings parteiübergreifende Unterstützung für den Vorstoß. Das Thema dürfte damit politisch relevant bleiben.

Großbritannien und Australien als Vorbilder

Großbritannien hat mit dem Tobacco and Vapes Act einen vergleichbaren Schritt eingeleitet. Das Gesetz erhielt am 29. April 2026 die königliche Zustimmung. Der Verkauf von Tabak soll Menschen untersagt werden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 geboren wurden. Der Start ist ebenfalls für den 1. Januar 2027 vorgesehen.

Auch Australien gilt als Vorbild für eine strengere Tabakpolitik. Das Land hat in den vergangenen Jahren weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums umgesetzt. Die konkreten Regelungen unterscheiden sich jedoch von einem vollständigen Generationen-Verbot nach britischem Muster.

Sollte Frankreich nachziehen, würde sich der regulatorische Druck auf die Branche in einem weiteren wichtigen europäischen Markt erhöhen. Für die Hersteller geht es dabei nicht nur um kurzfristige Absatzrisiken, sondern auch um die langfristige Entwicklung ihrer Kundenbasis. Allerdings haben die Gesetze in Großbritannien und Australien nicht nur dazu geführt, das die Anzahl derer, die legal Tabak konsumierten, deutlich sank, sondern auch für einen Schwarzmarkt-Boom gesorgt. Abzuwarten bleibt daher wie sich die geplanten Maßnahmen tatsächlich in Frankreich auswirken.

British American Tobacco (WKN: 916671)

Nachdem die Tabakaktien am vergangenen Freitag noch leichte Kursgewinne verzeichnet, zeichnet sich vorbörslich ein leichtes Minus ab. Ungewiss ist aktuell noch, ob das Generationen-Rauchverbot überhaupt kommt oder die Tabak-Lobby letztlich die Oberhand gewinnt. DER AKTIONÄR favorisiert unter den Tabak-Aktien Philipp Morris International. Die Aktie des Marlboro und IQOS-Konzern hat seit der Erstempfehlung im Jahr 2023 um 86 Prozent zugelegt und bleibt ein Kauf.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Imperial Brands, Altria Group, Philip Morris International.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Imperial Brands - €
Altria Group - €
British American Tobacco - €
Philip Morris International - €

Aktuelle Ausgabe

Die Bullen geben nicht auf: 5 Top-Aktien im Check

Nr. 43/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.