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04.02.2021 Laurenz Föhn

Spotify: Kursrutsch nach schwachem Ausblick

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Wenn die Leute zu Hause bleiben müssen, verbringen sie auch mehr Zeit im Internet, hören sich mehr Podcasts an und konsumieren mehr Musik. Und so hat die Coronakrise dem Streamingdienst Spotify eine Sonderkonjunktur verschafft. Doch gestern hat das schwedische Unternehmen die Investoren mit einem verhaltenden Ausblick enttäuscht. Die Aktie rauschte ab.

Da half es auch nicht, dass Spotify im Schlussquartal des Geschäftsjahres besser abschnitt als erwartet. Im vierten Quartal stiegen die Erlöse um 17 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Analysten hatten mit etwas weniger gerechnet.

Außerdem knackte der Streamingdienst eigenen Angaben zufolge die Marke von 155 Millionen Abo-Kunden. Doch obwohl die Nutzerzahlen steigen, rutschte Spotify tiefer in die roten Zahlen. 2020 war das Minus mit 581 Millionen Euro mehr als dreimal so hoch wie im Vorjahr. Grund sind demnach Investitionen in bessere Funktionen und das Wachstum in Ländern mit niedrigeren Abo-Preisen.

Der durchschnittliche Erlös pro Kunde sank um acht Prozent auf vier Euro pro Monat. Im Vergleich dazu kommt Netflix durchschnittlich auf neun Euro. An der Börse wird aktuell ein zahlender Spotify-Abonnent mit 320 Euro bewertet, wohingegen ein Netflix-Abonnent fast 1000 Euro wert ist. Hier besteht also Aufholpotenzial.

Nachdem die Spotify-Aktie in den vergangenen Wochen am starken Jahr 2020 anknüpfen konnte, fiel sie nach Vorlage der Zahlen merklich um rund acht Prozent. Der Ausblick für den Umsatz 2021 enttäuschte die Erwartungen der Anleger. Hier trauen sich die Schweden maximal neun Milliarden Euro zu. Analysten hatten bis zu zehn Milliarden Euro erwartet. Für den Konzern sei es schwer, aufgrund der unbekannten Dauer der Pandemie Vorhersagen zu treffen.

Der Gründer und Chef Daniel Ek setzt verstärkt auf den Ausbau des Podcast-Angebots. Mittlerweile produziert Spotify viele eigene Inhalte, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Darüber hinaus treibt der CEO die internationale Expansion voran. Nach Russland wurde am Montag der Markteintritt in Südkorea verkündet, dem sechstgrößten Musikmarkt der Welt.

SPOTIFY TECH. EUR (WKN: A2JEGN)

Nach einem Anstieg 2020 von mehr als 100 Prozent war bereits viel Optimismus im Kurs eingepreist. Umso heftiger fiel gestern die Reaktion der Anleger mit minus acht Prozent auf den verhaltenen Ausblick aus. DER AKTIONÄR bleibt für die Spotify-Aktie langfristig positiv gestimmt.