SMA Solar ist eine der trendstärksten Aktien am deutschen Markt. Nach dem Ausbruch aus der mehrmonatigen Seitwärtsbewegung Ende Oktober 2025 hat die Aktie den Turbo eingelegt. Die anschließende Konsolidierung auf hohem Niveau scheint nun auch zu enden. Mit dem Sprung über die 40-Euro-Marke ist Weg aus charttechnischer Sicht für eine Trendfortsetzung geebnet. Morgen gibt es frische Wasserstandsmeldungen zur operativen Entwicklung.
Es ist kein Geheimnis: Der Wechselrichterhersteller kämpft bereits seit längerem mit einer schwächeren Nachfrage, insbesondere im Markt für Heim- und Gewerbeanlagen, sowie mit hohem Wettbewerbs- und Preisdruck. Dem entgegnet der Vorstand mit einem verschärften Sparkurs, unter anderem durch Personalmaßnahmen sowie geringere Unternehmensausgaben etwa für Material, Dienstleister sowie Werbung und Marketing. Bis Ende 2026 sollen weltweit weitere rund 350 Stellen gestrichen und zusätzlich 100 Millionen Euro eingespart werden.
Dabei will der Solartechnikkonzern auch wieder in die operative Gewinnzone zurückkehren. Für das laufende Jahr peilt das Unternehmen ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 50 bis 180 Millionen Euro an. Analysten rechnen für 2026 im Schnitt mit rund 139 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr rutschte SMA Solar operativ mit 65,4 Millionen Euro tief ins Minus, nach einem Verlust von 16 Millionen Euro im Vorjahr.
Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch Wertminderungen und Verschrottungen von Vorräten, Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen sowie Wertberichtigungen auf Forderungen. Hinzu kamen Kosten für das Sparprogramm. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 181,1 Millionen Euro, nach 117,7 Millionen Euro im Jahr 2024.
Die Umsätze sanken im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent auf knapp 1,52 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Für das laufende Jahr stellt SMA Solar Erlöse von 1,475 bis 1,675 Milliarden Euro in Aussicht.
Interessant: Jefferies-Analyst Constantin Hesse hat zuletzt auf die anhaltenden Verwerfungen an den Energiemärkten infolge geopolitischer Spannungen. Der Krieg im Nahen Osten habe erneut die Abhängigkeit Europas von volatilen Energiepreisen offengelegt. In der Folge setze die Politik verstärkt auf erneuerbare Energien, um Verbraucher langfristig vor hohen Kosten zu schützen. Davon dürfte auch SMA Solar profitieren: Der Wechselrichterhersteller steht nach Einschätzung von Jefferies vor einer Phase strukturell höherer Profitabilität in den kommenden Jahren.
Die Aktie steigt heute auf neues Mehrjahreshoch. Was bleibt, ist die Frage, ob der operative Turnaround wirklich gelingt. Der Ausblick wirkt mit Blick auf die Auftragseingänge eher vorsichtig. Der Auftragsbestand lag Ende Dezember 2025 mit 1,35 Milliarden Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Weitere Anhaltspunkte dürfte der Geschäftsbericht 2025 bieten, den SMA Solar am 26. März veröffentlichen wird. DER AKTIONÄR setzt im Real-Depot und im AKTIONÄR-Musterdepot auf steigende Kurse. Gewinnmitnahmen sind nach der jüngsten Aufwärtsbewegung aber in beiden Depots eine Option.
Hinweis auf Interessenkonflikte: Aktien der SMA Solar befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 11:55