07.03.2018 Markus Bußler

Silber: Eine Anomalie!

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Silber
Trendthema

Silber ist praktisch in Vergessenheit geraten. Kaum jemand spricht mehr über den kleinen Bruder von Gold. Doch die Anzeichen mehren sich, dass das Edelmetall bald eine Renaissance erleben könnte. Vor allem auf dem Terminmarkt gibt es eine Entwicklung, die Anleger im Auge haben sollten.

Silberanleger wissen es: Steigt der Silberpreis, dann springen auch die großen Spekulanten, also die Hedge-Fonds, auf den fahrenden Zug auf. Die Netto-Longposition der Spekulanten an den Terminmärkten erhöht sich. Fällt der Silberpreis jedoch, verlieren die Spekulanten schnell das Interesse. Die Longposition schmilzt zusammen. Doch die COT-Daten von vergangenem Freitag offenbaren etwas, dass es in den vergangenen Jahren noch nicht gegeben hat: die Hedge-Fonds wechseln unterm Strich auf die Shortseite.

(blau: Netto-Position der Spekulanten; gold: Silberpreis in US-Dollar je Unze)

Auf den ersten Blick mag das ein alarmierendes Zeichen sein. Doch aus antizyklischer Sicht ist es genau das Gegenteil. In der Vergangenheit war es stets so, dass eine niedrige Netto-Longposition der Spekulanten einen Einstiegszeitpunkt signalisiert hat, eine hohe Netto-Longposition jedoch zur Vorsicht mahnte. Die aktuelle Extrempositionierung ermöglicht daher antizyklisch agierenden Investoren ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis auf der Longseite.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0