14.06.2018 Markus Bußler

Silber: Ein erster Versuch

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Silber
Trendthema

Die Würfel sind gefallen. Die US-Notenbank Fed hat in der vergangenen Nacht die Zinsen in den USA wie erwartet um einen Viertel Prozentpunkt erhöht. Eine kleine Überraschung gab es: Die Fed ließ durchblicken, dass man mit zwei weiteren Zinsanhebungen im Jahresverlauf rechnet. Der Dollar zog kurz an, die Edelmetalle verloren kurz – am Ende war es umgekehrt.

Warum? An dieser Stelle haben wir schon öfter darüber berichtet, dass die Zinsentwicklung für die Entwicklung des Goldpreises bei weitem nicht so wichtig ist, wie viele Volkswirte und Analysten glauben. Zudem: Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen zog nur kurz über drei Prozent an und lag am Ende wieder bei 2,95 Prozent. Tags zuvor kamen die Inflationsdaten in den USA, die für Mai eine Inflation von 2,8 Prozent auswiesen. Betrachtet man also den Realzins, bleibt von der Zinsherrlichkeit nicht mehr viel übrig.

Zurück zu den Edelmetallen: Gold konnte im Anschluss die 1.300-Dollar-Marke wieder zurückerobern und schielt in Richtung der 1.307 Dollar. Dort verläuft ein hartnäckiger Widerstand. Ein Ausbruch über diese Marke würde Gold Potenzial bis in den 1.330er-Bereich eröffnen. Noch etwas spannender wird es bei Silber. Silber konnte wieder über die 17-Dollar-Marke steigen und hat jetzt den mittelfristigen Abwärtstrend, der seit Anfang 2017 intakt ist, im Blick. Dabei kommt der Marke von 17,20 Dollar eine entscheidende Bedeutung zu. Ein impulsiver Ausbruch über die Marke würde das gesamte Chartbild bei Silber deutlich bullisher gestalten.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0