Im gestrigen Handel gerieten die Anteilscheine von Siemens Energy wieder einmal stärker unter Druck. Der Aktie ergeht es wie vielen Papieren, die im Zuge der KI-Fantasie in den vergangenen Monaten kräftig nach oben geklettert sind, nun aber zunehmend nervös auf jegliche negative Nachrichten reagieren.
Ein zentraler struktureller Treiber bleibt der enorme Energiehunger im Zusammenhang mit dem KI-Boom: Der Bau neuer Rechenzentren in den USA sorgt für kräftige Nachfrage nach Gasturbinen, ergänzt durch umfangreiche Kraftwerksprojekte im Nahen Osten. Hinzu kam der Turnaround im lange defizitären Windgeschäft rund um Siemens Gamesa, das im dritten Quartal erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder profitabel wurde.
Dementsprechend rechnen die meisten Analysten damit, dass Siemens Energy Umsätze und Gewinne in diesem Jahr und auch in den kommenden Jahren weiter anziehen werden. So soll etwa der Nettogewinn pro Aktie im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 (bis 30. September) von zuletzt 1,64 auf 4,35 Euro ansteigen. Im kommenden Fiskaljahr soll das Ergebnis auf 6,11 Euro klettern. Das KGV würde damit bis 2027 auf 25 sinken. Für 2028 liegen die aktuellen Gewinnprognosen derzeit bei 7,86 Euro je Anteilschein, woraus sich ein KGV von 20 errechnen würde.
Trotz dieser durchaus sportlichen Bewertung bleiben die Analysten größtenteils bullish gestimmt: Von den 31 Experten, die sich regelmäßig mit der Aktie von Siemens Energy befassen, raten 24 zum Kauf. Fünfmal äußern sich die Analysten neutral, nur zweimal wird der Verkauf empfohlen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 198,49 Euro, woraus sich ausgehend vom aktuellen Kursniveau ein Aufwärtspotenzial von 28 Prozent errechnet.
Trotz der jüngsten Schwächephase muss das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein. Siemens Energy dürfte weiter vom Ausbau der KI-Infrastruktur sowie dem allgemein wachsenden Energiehunger rund um den Globus profitieren. Das Chartbild beim Highflyer der vergangenen Jahre hat sich mittlerweile wieder aufgehellt. Der DAX-Konzern agiert mit seinem starken Portfolio am Puls der Zeit und bleibt mit starken Wachstumsraten auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR. Der Stoppkurs sollte bei 130,00 Euro belassen werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Siemens Energy.
Heute, 14:13
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