GE Vernova liefert starke Zahlen, hebt den Jahresausblick an – und trotzdem gibt die Aktie nach. Das setzt auch Siemens Energy unter Druck. Die Aktie verliert aktuell rund acht Prozent. Anleger fragen sich nun, ob der Markt nur Gewinne mitnimmt oder ob die Erwartungen im Sektor zu hoch geworden sind.
GE Vernova rechnet für 2026 nun mit einem Umsatz von 45,5 bis 46,5 Milliarden Dollar. Zuvor hatte die Spanne bei 44,5 bis 45,5 Milliarden Dollar gelegen. Noch deutlicher fällt die Anhebung beim Free Cashflow aus: Hier stellt der US-Konzern nun 11,5 bis 12,5 Milliarden Dollar in Aussicht, nach zuvor 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar.
Operativ bleibt die Nachfrage stark. Im zweiten Quartal stiegen die Aufträge auf 24,2 Milliarden Dollar, der Umsatz legte auf 11,1 Milliarden Dollar zu. Der Rückenwind kommt vor allem aus den Bereichen Power und Electrification. Genau diese Felder sind auch für Siemens Energy zentral: Gasturbinen, Netzinfrastruktur und Stromversorgung bleiben Kernbausteine der Investment-Story.
Dass der Markt trotzdem verkauft, zeigt aber auch die andere Seite. GE Vernova und Siemens Energy haben stark vom Energie- und KI-Infrastrukturtrend profitiert. Entsprechend hoch ist die Messlatte. Wenn Aktien bereits viel Zukunft eingepreist haben, reicht selbst ein besserer Ausblick nicht automatisch für weiter steigende Kurse.
Für Siemens Energy spricht allerdings weiter die Bewertung. Laut DER-AKTIONÄR-Schätzungen für 2027 wird Siemens Energy mit einem KUV von 2,6 und einem KGV von 26 bewertet. GE Vernova kommt dagegen auf ein erwartetes KUV von 5,5 und ein KGV von 44. Auch bei KBV und KCV liegt der US-Konkurrent deutlich höher. Hinzu kommen positive Analystenstimmen und ein charttechnisch weiter konstruktives Bild, solange der Bereich um die 200-Tage-Linie hält.
Der heutige Rücksetzer ist unschön, ändert aber nichts an der mittelfristig starken Investment-Story. Siemens Energy ist im Vergleich zu GE Vernova weiterhin günstiger bewertet, die Analysten sehen ebenfalls weiteres Potenzial. DER AKTIONÄR bleibt bullish: Anleger können die Aktie weiter einsammeln. Stopp: 130 Euro.
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