Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
01.02.2020 Michel Doepke

Shop Apotheke Europe: "Der gesetzliche Rahmen für die Einführung des elektronischen Rezeptes steht" – CEO im AKTIONÄR-Interview

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Shop Apotheke Europe
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Elektronisches Rezept, Telemedizin und Co: Die Digitalisierung des Gesundheitsmarktes steckt noch in den Kinderschuhen. Zu den großen Profiteuren dieser bevorstehenden Entwicklungen zählen zweifelsohne Versandapotheken wie die Schweizer Zur-Rose-Gruppe oder Shop Apotheke Europe. DER AKTIONÄR hat bei Shop-Apotheke-Chef Stefan Feltens nachgefragt, was Anleger in Zukunft erwarten können.

DER AKTIONÄR: Herr Feltens, worauf liegt der Fokus im Jahr 2020?

Stefan Feltens: Das erklärte Ziel von Shop Apotheke Europe ist es, im laufenden Geschäftsjahr auf Basis des bereinigten EBITDA, den Break-even zu erreichen und gleichzeitig weiter starkes organisches Umsatzwachstum durch die Gewinnung neuer Kunden zu generieren. Wir hatten Ende 2019 4,7 Millionen aktive Kunden, d.h. Kunden, die in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal bei uns bestellt haben und wollen im laufenden Jahr rund eine Million neue Kunden akquirieren. Darüber hinaus werden wir im laufenden Jahr unseren Marktplatz starten, unser Same-Day-Angebot ausweiten und mit Anbietern von digitalen Gesundheitsleistungen zusammenarbeiten. 

In der Vergangenheit sorgten Debatten um Rx-Versandverbot und Co für Gegenwind. Droht in Zukunft ähnlicher Ärger von politischer Seite?

Der gesetzliche Rahmen für die Einführung des elektronischen Rezeptes steht. Es geht derzeit noch um technische Fragen der Telematikinfrastruktur. Ab ca. Mitte 2021 erwarten wir einen deutlichen Umsatzschub im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Die aktuelle Diskussion um den sogenannten Rx-Bonus begleiten wir konstruktiv; die Rechtslage ist nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober 2016 aus unserer Sicht eindeutig.

3. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Break-even auf bereinigter EBITDA-Basis erreicht werden. Wann dominieren auch beim Ergebnis je Aktie die schwarzen Vorzeichen?

Wir stehen unverändert zu unserem Ziel, mittel- bis langfristig eine EBIT-Marge von mindestens sechs Prozent zu erwirtschaften. Die Dynamik in unserem Markt wird sich nach meiner Überzeugung mit der Einführung des elektronischen Rezepts und digitaler Gesundheitsservices deutlich erhöhen.

Der Online-Marktplatz, den wir voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2020 live schalten, wird das Produktangebot für unsere Kunden deutlich verbreitern. Wir werden hier aber unserem Markenkern als Apotheke treu bleiben, indem wir nur Produkte aus dem Gesundheitsbereich anbieten. Die neuen Geschäftsfelder werden aber nicht nur unseren Umsatz vorantreiben, sondern auch unsere Margenentwicklung positiv unterstützen.

Wie entwickelt sich das Geschäft mit nu3 nach der erfolgreichen Integration?

Wir sind mit der Entwicklung zufrieden. Im vergangenen Jahr lag der Fokus auf der Verbesserung des nu3-Ergebnisses, was uns klar gelungen ist. Mit nu3 konnten wir unser Produktangebot um Functional Foods erweitern. Darüber hinaus profitieren wir bereits von der Expertise unserer Kollegen von nu3, starke Eigenmarken zu entwickeln und zu verkaufen.

Vielen Dank für das Interview!

Shop Apotheke Europe (WKN: A2AR94)

Die Shop Apotheke Europe hat die Weichen für eine wachstumsstarke Zukunft gestellt. Auch an der Börse fand die Story in den vergangenen Monaten wieder verstärkt Anklang. Die AKTIONÄR-Dauerempfehlung bleibt bei Schwäche kaufenswert. Ein Stopp bei 35,00 Euro sichert nach unten ab.