20.07.2015 Nikolas Kessler

SGL Carbon trennt sich von US-Tochter – Aktie steigt trotz Abschreibung

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SGL Carbon
Trendthema

Die Sanierung bei SGL Carbon macht Fortschritte, geht aber auch ins Geld: Das Unternehmen trennt sich von einem chronischen Verlustbringer und muss dafür Abschreibungen in Millionenhöhe akzeptieren. Die Anleger haben am Montag erleichtert auf die Meldung reagiert, während die Analysten nach wie vor skeptisch sind.

SGL Carbon hat angekündigt, sich von großen Teilen der US-Tochter Hitco trennen zu wollen. Der kanadische Flugzeugteilebauer Avcorp übernimmt die Anteile, allerdings muss SGL bei dem Geschäft rund 47 Millionen Dollar draufzahlen. Das SDAX-Unternehmen hat deshalb Abschreibungen in Höhe von 50 bis 55 Millionen Euro angekündigt.

Prognose bestätigt

Im Tagesgeschäft sieht sich das Unternehmen weiter auf Kurs. Das erste Halbjahr sei "im Rahmen der Markterwartungen" verlaufen, erklärte SGL. Nach vorläufigen Zahlen ist der Umsatz mit 655 Millionen Euro in etwa stabil geblieben. Vor Steuern und Zinsen (EBIT) hat das Unternehmen 15 Millionen Euro verdient, Sonderbelastungen und Abschreibungen sind allerdings nicht berücksichtigt. Der vollständige Zwischenbericht wird am 6. August veröffentlicht.

Gegen die Probleme im Kerngeschäft mit Graphitelektroden kämpft SGL mit einem millionenschweren Sparprogramm. Für das laufende Jahr peilt Vorstandschef Jürgen Köhler bei stabilem Umsatz eine deutliche Verbesserung im operativen Geschäft an. Der Schuldenberg der Wiesbadener ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 70 Millionen auf 523 Millionen Euro geschrumpft.

Analysten unbeeindruckt

Die Analysten von Kepler Cheuvreux und DZ Bank haben in der Folge ihre jeweilige Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 13 Euro bestätigt. Auch S&P Capital IQ hat die Einstufung auf „Sell“ belassen, das Kursziel aber von 13,50 Euro auf 14,50 Euro angehoben. Zwar loben die Experten die Bereitschaft des Vorstandes zu tiefgreifenden Restrukturierungsmaßnahmen, sie bemängeln allerdings die Konditionen des Deals. Die Transaktion sei eine Enttäuschung, da sie das Finanzprofil es Kohlenstoffspezialisten verschlechtere, schrieb beispielsweise Dirk Schlamp von der DZ Bank.

Abwärtstrend gebrochen

Die Anleger haben dagegen positiv auf die Meldung reagiert und der SGL-Aktie ein kräftiges Kursplus beschert. Zwischenzeitlich ist der Titel bis an die SDAX-Spitze geklettert. Nachdem der Kurs bereits Anfang Juli seinen Abwärtstrend nach oben verlassen hat, können spekulative Anleger weiterhin zugreifen.

(mit Material von dpa-AFX)


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