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SFC Energy: Ukraine‑Deal mit Signalwirkung – "Mehr Nachfrage aus militärischem Bereich"

SFC Energy: Ukraine‑Deal mit Signalwirkung –
Foto: SFC Energy
SFC Energy AG -%
Michael Schröder Heute, 15:15 Michael Schröder

Bei SFC Energy hat der Vorstand das herausfordernde Geschäftsjahr 2025 genutzt, um die strategische Ausrichtung zu schärfen. In der vergangenen Woche hat der Brennstoffzellenspezialist dann einen Rekordauftrag vermeldet und im Anschluss auch die Prognose für das laufende Jahr angehoben. Doch hinter dem Deal steckt noch mehr. Im Hintergrundgespräch mit Vorstand Peter Podesser gibt es weitere Details. 

DER AKTIONÄR: Herr Podesser, SFC Energy hat den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte mit einem Volumen von 42,7 Millionen Euro für die Lieferung von „combat proven“ Brennstoffzellensystemen in die Ukraine vermeldet. Was liefern Sie konkret?

Dr. Peter Podesser: Wir liefern einsatzerprobte Hybrid-Energieversorgungssysteme und Brennstoffzellen für den militärischen und zivilen Einsatz in die Ukraine – im Rahmen der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung. Konkret handelt es sich um die Brennstoffzellen SFC EMILY, SFC JENNY sowie EFOY Pro und EFOY Hydrogen. Darüber hinaus bauen wir vor Ort Kooperationen für Training, Service und Support sowie regionale Wertschöpfung auf und schaffen damit die Grundlage für eine nachhaltige Nutzung unserer Technologien – sowohl im militärischen Umfeld als auch für zivile Anwendungen und den Wiederaufbau über 2026 hinaus.

Welche Rolle wird Ihre Lieferung für die Resilienz der Ukraine spielen?
Eine zuverlässige Energieversorgung entscheidet maßgeblich über die Handlungsfähigkeit der Einsatzkräfte und erhöht deren Sicherheit. Mit unseren hybriden Energieversorgungssystemen sorgen wir für eine resiliente, dezentrale und schnell verlegbare Energieversorgung kritischer Systeme und unbemannter Anwendungen, beispielsweise Drohnen. Damit tragen wir dazu bei, dass ukrainische Kommunikations-, Aufklärungs- und Schutzsysteme zuverlässig und möglichst autark betrieben werden können.

Welche Vorteile bieten Ihre Hybrid-Energieversorgungssysteme im Vergleich zu konventionellen Alternativen?
Die SFC-Brennstoffzellen bieten entscheidende taktische Vorteile durch ihre sehr geringe thermische und akustische Signatur. Dadurch sind sie im Vergleich zu Verbrennungsgeneratoren deutlich schwerer detektierbar. Gerade in hochdynamischen Einsatzumgebungen wie in der Ukraine ist eine sichere, leise und schwer erkennbare Energieversorgung ein entscheidender Faktor, um Leben zu schützen und operative Fähigkeiten aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig ermöglichen sie erheblich verlängerte Autarkiezeiten ohne Nachladen oder Nachtanken – abhängig vom Einsatzszenario sprechen wir von Laufzeiten, die sich um den Faktor vier bis zehn verlängern. Das reduziert die logistische Abhängigkeit und minimiert die Einsatzrisiken für die Kräfte im Feld, was direkt zum Schutz von Personal und Mission beiträgt.

Porträt von Peter Podesser, CEO von SFC Energy
Quelle: SFC Energy
Peter Podesser, Vorstand SFC Energy

Was bedeutet denn „combat proven“ und wann soll die Lieferung erfolgen?
„Combat proven“ bedeutet, dass die SFC-Produkte unter realen Einsatzbedingungen verwendet wurden und sich dort bewährt haben. Die Auslieferung des Großauftrags startet noch im laufenden Quartal und soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Können Sie etwas zur Profitabilität dieses Auftrags sagen?
Der Auftrag verändert unseren Produktmix und wird sich unmittelbar positiv auf das Ergebnis auswirken. Entsprechend haben wir im Zuge des Rekordauftrags unsere Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich angehoben. Wir erwarten nun einen Konzernumsatz von 163 Millionen bis 175 Millionen Euro, ein bereinigtes EBITDA von 29 Millionen bis 34 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBIT von 20,5 Millionen bis 25,5 Millionen Euro.

Welchen Umsatzanteil werden die Bereiche Defense und öffentliche Sicherheit im laufenden Jahr voraussichtlich haben?
Die Bereiche Defense und öffentliche Sicherheit werden im laufenden Jahr eine zentrale Rolle spielen und sich zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber entwickeln. Während wir bislang von einem Umsatzanteil von 15 bis 20 Prozent ausgegangen sind, halten wir nun einen Anteil von rund 30 Prozent für realistisch erreichbar. Zudem wird sich dieser steigende Anteil positiv auf unsere Profitabilität auswirken.

Steigt SFC mit diesem Deal nun noch stärker in den militärischen Bereich ein?
SFC Energy entwickelt und produziert bereits seit mehr als 20 Jahren Lösungen für zuverlässige Hybrid-Energieversorgung und Brennstoffzellen – hier sind wir ein internationaler Technologieführer. Unsere Systeme wurden schon immer in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung eingesetzt. In den vergangenen Jahren beobachten wir eine steigende Nachfrage aus dem militärischen Bereich. Mit diesem Auftrag wird deutlich, welchen Stellenwert die Brennstoffzellentechnologie für die militärische Verteidigung hat – insbesondere im Hinblick auf mobile und unbemannte Anwendungen wie Drohnen, robotische Systeme oder Kommunikationssysteme.

Beliefern Sie auch andere Streitkräfte, etwa die Bundeswehr?
SFC beliefert seit vielen Jahren zahlreiche Streitkräfte weltweit. Neben der Bundeswehr zählen dazu unter anderem Verteidigungsorganisationen in Indien, der Schweiz, Österreich, den USA, dem Vereinigten Königreich sowie weiteren NATO-Staaten.

Mit welcher Signalwirkung rechnen Sie durch den aktuellen Großauftrag – auch über 2026 hinaus?
Die Lieferung von „combat proven“ Produkten hat eine starke Signalwirkung weit über das Jahr 2026 hinaus. Der Einsatz unserer Technologie in der Ukraine wird den operativen Mehrwert unter realen Bedingungen eindrucksvoll demonstrieren – sowohl im militärischen als auch im zivilen Kontext. Damit stärken wir unsere Position als verlässlicher Partner im Defense- und Sicherheitsbereich und schaffen zugleich eine wichtige Referenz für weitere Projekte. Die hohe Sichtbarkeit und das Vertrauen, das mit einem Unterstützungsprogramm der Bundesregierung verbunden sind, dürften zusätzliche Nachfrage in vergleichbaren Anwendungsszenarien generieren.
Gleichzeitig legen wir mit dem Aufbau lokaler Strukturen für Training, Service und Wertschöpfung die Grundlage für einsatzgetriebene und schnelle Innovation sowie eine nachhaltige Geschäftsentwicklung. Insgesamt erwarten wir, dass dieser Auftrag – auch dank seiner internationalen Signalwirkung – unsere Wachstumsdynamik im Bereich sicherheitskritischer und resilienter Energieversorgung über 2026 hinaus deutlich beschleunigen wird.

Bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2025 haben Sie – neben der Ausweitung des Geschäfts in den Bereichen Verteidigung – weitere Wachstumspfeiler genannt. Was planen Sie konkret?
Neben der weiteren Stärkung unseres Defense- und Sicherheitsgeschäfts treiben wir gezielt den Ausbau unserer internationalen Präsenz sowie unsere technologische Weiterentwicklung voran. Aufbauend auf unserem starken Wachstum in Europa haben wir unsere lokale Präsenz insbesondere in den USA sowie in Asien – mit Standorten in Singapur und Indien – konsequent ausgebaut, um näher an unseren Kunden zu sein und Marktpotenziale schneller erschließen zu können.

Und produktseitig?
Parallel dazu investieren wir gezielt in unsere technologische Führungsposition – etwa durch die Neuentwicklung unserer militärischen Brennstoffzellenplattformen, die Beschleunigung und Verbesserung unserer Entwicklungs- und Testzyklen mithilfe von KI-Technologien sowie die gezielte Erweiterung unseres gestrafften Wasserstoff-Produktportfolios im Bereich höherer Leistungen für neue und anspruchsvolle Einsatzszenarien, beispielsweise bei der Backup-Stromversorgung von Rechenzentren.

SFC Energy (WKN: 756857)

Ein Blick auf den Chart zeigt: An der Börse kommen die Neuigkeiten hervorragend an: Die Aktie ist kräftig angesprungen und hat zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Sommer 2025 erreicht. Doch mit Blick auf die Aussichten könnte das erst der Anfang gewesen sein. Investierte Anleger bleiben daher weiter dabei. DER AKTIONÄR setzt im Real-Depot ebenfalls auf steigende Kurse.

Hinweis auf Interessenkonflikte: Aktien der SFC Energy befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.

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