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09.07.2020 Marion Schlegel

SAP: Q2-Zahlen – das ist eine Überraschung!

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SAP

Europas größter Softwarehersteller SAP hat in der Coronavirus-Krise ein unerwartet starkes zweites Quartal hingelegt. Nachdem das Unternehmen die Pandemie im ersten Quartal vor allem in Asien so stark zu spüren bekommen hatte, dass Vorstandschef Christian Klein und Finanzchef Luka Mucic die Prognosen hatten stutzen müssen, fuhr SAP nun überraschend viel Umsatz und Gewinn ein, wie aus der Mitteilung des DAX-Schwergewichts vom Mittwochabend hervorging.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Das war deutlich mehr, als Analysten im Schnitt zuvor mit rund 1,8 Milliarden Euro erwartet hatten. Die operative Marge des bereinigten Betriebsergebnisses konnte ebenfalls klar um 1,8 Prozentpunkte auf 29,1 Prozent zulegen. "Unsere schnelle Reaktion auf die Krise auf der Kostenseite förderte einen starken Anstieg des Betriebsergebnisses und der Marge", sagte Finanzchef Mucic.

SAP (WKN: 716460)

Auch der Umsatz zog mit plus zwei Prozent auf 6,74 Milliarden Euro überraschend an, Experten hatten mehrheitlich mit einem Rückgang gerechnet. "Ich bin sehr stolz darauf, dass unsere Teams das sehr schwierige Umfeld erfolgreich gemeistert und ein besseres Quartalsergebnis erreicht haben als erwartet", sagte Vorstandschef Klein. Die breite Angebotspalette des Konzerns spiele eine entscheidende Rolle für die Digitalisierung bei den Kunden. "Dadurch können unsere Kunden gestärkt aus der Krise hervorgehen", sagte Klein.

Treiber war bei den Erlösen erneut das Geschäft mit Cloudsoftware, das um rund ein Fünftel auf 2,04 Milliarden Euro zulegte. Der Auftragsbestand der bereits geschlossenen Cloudverträge dürfte voraussichtlich um ein Fünftel gewachsen sein, hieß es. Die Nachfrage nach digitalen Logistikketten, E-Commerce, der Cloudplattform und nach Lösungen der Marktforschungstochter Qualtrics sei weiterhin hoch.

SAP bestätigte die nach dem ersten Quartal gesenkten Jahresprognosen. Nachdem sich die Corona-Krise im letzten Monat des ersten Quartals weltweit deutlich auf die Wirtschaft ausgewirkt habe, sei die Geschäftstätigkeit im Laufe des zweiten Quartals allmählich wieder angezogen, hieß es von SAP. Zahlen zum Nettoergebnis nannte SAP zunächst nicht, die detaillierten Ergebnisse legt SAP am 27. Juli vor.

Mit diesem Ergebnis hat SAP die beste Vorlage für weiter steigende Kurse geliefert. Erst in dieser Woche hatte die Aktie bei 130,80 Euro bereits ein neus Allzeithoch markiert. DER AKTIONÄR bleibt äußerst zuversichtlich bei dem Wert und empfiehlt, die Gewinne von mittlerweile mehr als 30 Prozent seit der Empfehlung des AKTIONÄR, laufen zu lassen.

(Mit Material von dpa-AFX)