31.05.2017 Nikolas Kessler

Rocket Internet senkt Verluste deutlich – Profitabilitäts-Ziel bestätigt

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Rocket Internet
Trendthema

Die Start-up-Schmiede Rocket Internet ist mit deutlich geringeren Verlusten ins Jahr 2017 gestartet. Zudem wurde am Mittwoch das Ziel bestätigt, bis zum Jahresende drei größere Start-ups in die Profitabilität zu führen. Die Spekulationen um bald bevorstehende Beteiligungs-IPOs wollte CEO Oliver Samwer indes nicht kommentieren.

Dank teils deutlich gestiegener Umsätze ist der Fehlbetrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 71 Prozent auf 92 Millionen Euro geschrumpft. Unter dem Strich steht ein Verlust von rund 86 Millionen Euro, was einer Verbesserung um 75 Prozent entspricht. Zudem verfügt Rocket mit liquiden Mitteln in Höhe von 1,5 Milliarden Euro über eine sehr gute Kapitalausstattung.

Der aggregierte Umsatz der wesentlichen Beteiligungen ist im Auftaktquartal 2017 um 28 Prozent auf 617 Millionen Euro gestiegen. Das Minus im operativen Geschäft (EBITDA) verringerte sich im gleichen Zeitraum um 20 Millionen auf 100 Millionen Euro. Die aggregierte bereinigte EBITDA-Marge der ausgewählten Unternehmen hat sich im ersten Quartal um fast acht Prozentpunkte auf -14,7 Prozent verbessert.

Kräftiges Wachstum bei Food und Fashion

Neben dem Essenslieferdienst Delivery Hero, an dem Rocket 33 Prozent der Anteile hält, und der Global Fashion Group (GFG), die bereits im Vorfeld jeweils ein kräftiges Umsatzwachstum gemeldet hatten, sticht vor allem die Beteiligung HelloFresh positiv heraus: Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum hat der Kochboxen-Anbieter den Umsatz in Q1 um 45,2 Prozent auf 205 Millionen Euro steigern können.

„Wir sind davon überzeugt, dass unsere ausgewählten Unternehmen in diesem Jahr weitere Fortschritte auf dem Weg in Richtung Profitabilität verzeichnen und in nachhaltiges Wachstum investieren werden“, kommentierte Rocket-Chef Oliver Samwer die Zwischenbilanz. Finanzchef Peter Kimpel bestätigte außerdem das Ziel, dass bis zum Jahresende drei wesentliche Beteiligungen schwarze Zahlen schreiben sollen.

Zu den Gerüchten über bevorstehende Börsengänge von Beteiligungen wollte sich das Unternehmen allerdings nicht äußern. In der Vorwoche hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, dass Delivery Hero bereits im Juli an die Börse gehen soll und HelloFresh im Herbst folgen könnte.

Aktie tritt auf der Stelle

Nach dem starken Lauf der Rocket-Aktie in den vergangenen Wochen bringen die Quartalszahlen am Mittwoch zunächst keine neuen Impulse. Am Mittag notiert die Aktie moderat im Minus. Der jüngste Aufwärtstrend ist aber nach wie vor intakt.

Eine ausführliche Einschätzung zur Rocket-Aktie vor dem Hintergrund der möglicherweise bevorstehenden Beteiligungs-IPOs lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des AKTIONÄR (23/2017).