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09.10.2020 Michael Schröder

Real-Depot-Wert Allgeier: Abspaltung und Wachstum im Fokus – darum bleibt DER AKTIONÄR optimistisch

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Allgeier

Die Allgeier-Aktie hat im laufenden Jahr ihren Wert in der Spitze verdoppelt. Der Münchner IT-Spezialist will seine Technology-Einheit Nagarro abspalten, an die Börse bringen und so unter anderem die Unterbewertung offen legen. Doch in den letzten Tagen ist der Aufwärtstrend ins Stocken geraten. Dabei hat sich an der Story und den Chancen nichts geändert.

Die im April ausgesetzte und nun neu formulierte Jahresprognose sorgte für Verunsicherung. Besonders im Fokus: die Guidance für Nagarro. Die IT-Spezialisten verzeichneten mit ihrer maßgeschneiderten Software nach einem soliden Jahresstart im zweiten Quartal ein langsameres Umsatzwachstum in Höhe von acht Prozent (Q1: 21 Prozent). Im Gesamtjahr wird daher nur mit einem Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich und einer bereinigten EBITDA-Marge von 15 bis 17 Prozent gerechnet.


Mögliche Gründe

Die Kunden aus der Luftfahrt, der Reisebranche und der Autoindustrie sorgen in Zeiten von Corona für eine gewisse Unsicherheit. „Gemessen an den zuletzt gezeigten Wachstumsraten von Nagarro mag die Aussage des Unternehmens sicherlich einige Erwartungen gedämpft haben, allerdings muss man auch sehen, dass Nagarro einen signifikanten Teil der Umsätze in US-Dollar abrechnet und dieser hat abgewertet“, so Andreas Wolf von Warburg Research.

Luft nach oben

Am Ende scheint das aus Sicht des AKTIONÄR ein vorsichtiger Ausblick zu sein, der zum einen mit stabil wachsenden Kundenbeziehungen ohne Abhängigkeit von bestimmten Branchen oder einzelnen Kunden (die fünf größten Kunden machen rund 15 Prozent des Umsatzes aus) unterlegt ist und zum anderen Spielraum für eine positive Überraschung bietet. Für 2021 rechnet Nagarro bereits wieder mit einem zweistelligen Umsatzwachstum. Neue Kunden und weitere Zukäufe könnten die Entwicklung aber jederzeit positiv beeinflussen.

Der nächste Impulsgeber für die Aktie ist der Spin-off, der nach wie vor für Dezember geplant ist. Nagarro wird nach der Abspaltung direkter mit der Peergroup der globalen Softwareentwicklungs- und Digitalisierungsunternehmen wie Epam Systems oder Globant vergleichbar sein. Diese sind beide deutlich höher bewertet. Mit dem separaten Listing dürfte die Unterbewertung deutlich und vor allem schnell abgebaut werden.

Zudem sollte man die in der Allgeier SE verbleibenden IT-Einheiten nicht völlig außer Acht lassen, da diese ebenfalls gute Möglichkeiten haben, ab 2021 auf ihren Wachstumspfad zurückzukehren.

Allgeier (WKN: A2GS63)

Sicher, gemessen an den zuletzt gezeigten Wachstumsraten haben die neuen Aussage des Unternehmens bei einigen Investoren die Erwartungen gedämpft. Fakt ist aber auch, dass die Planvorgaben im Rahmen der Analysten liegen – und dabei allem Anschein nach auch recht konservativ angesetzt sind.
Nach einer Verschnaufpause oberhalb der 50-Euro-Marke dürfte die Aktie schon bald wieder in den Fokus der Investoren rücken – vor allem, wenn in Richtung Adventszeit weitere Details zu Abspaltung und Börsengang vorliegen. DER AKTIONÄR hält daher vorerst an seiner positiven Einschätzung zur Aktie und der Position im Real-Depot fest.

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Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.