05.06.2019 Andreas Deutsch

ProSiebenSat.1: War das erst der Anfang?

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ProSiebenSat.1
Trendthema

Im Markt wird diskutiert, was Mediaset mit seinem Einstieg bei ProSiebenSat.1 wirklich vorhat. Werden die Italiener aufstocken? Kommt es sogar zur Komplettübernahme? Fakt ist: Die TV-Branche steht unter Zugzwang – und ProSiebenSat.1 ist mit einer Marktkapitalisierung von 3,5 Milliarden Euro ein Fliegengewicht.

„Eine Fusion ist sehr unwahrscheinlich“, meint allerdings Markus Friebel, Analyst bei Independent Research, am Mittwoch. Friebel hält es allerdings für denkbar, dass Mediaset bei ProSiebenSat.1 aufstockt. Sein Kursziel: 16,30 Euro.

Eine Aufstockung erwartet auch Daniel Kerven von JPMorgan. „Mediaset verfolgt das Ziel, unterbewertete, frei empfangbare Fernsehsender zu kaufen und dann Kosteneinsparungen zu realisieren“, so Kerven. Der Experte sieht den fairen Wert von ProSiebenSat.1 bei 30 Euro. Das würde eine Kursverdopplung bedeuten.

Anleger warten ab

Finanzierbar dürfte der Deal für Mediaset sein. Die Nettoverschuldung der Italiener ist mittlerweile auf 560 Millionen Euro gesunken, was deutlich unter dem EBITDA (2019) von 976 Millionen Euro liegt. Die Eigenkapitalquote lag Ende 2018 bei 55 Prozent.

Sollte Mediaset wirklich eine Übernahme anstreben, wird sich das Unternehmen auf seinen finanzstarken Großaktionär verlassen können. Multimilliardär Silvio Berlusconi hält über seine Beteiligungsfirma Fininvest 41 Prozent an Mediaset. Berlusconi könnte bei Bedarf bei einer Kapitalerhöhung Aktien zeichnen, um den Deal zu finanzieren.

Anleger warten ab

Der Markt ist aber weiter skeptisch und lässt sich von Daniel Kervens Kursziel nicht dazu animieren, die Aktie zu kaufen. ProSiebenSat.1 notiert nach wie vor unterhalb von 15 Euro, allerdings wieder oberhalb der 50-Tage-Linie.

Ein Kaufsignal würde die Aktie erst dann liefern, wenn sie das Zwischenhoch bei 16 Euro nachhaltig überwindet.

Günstig zu haben

ProSiebenSat.1 bietet eine spannende Investmentstory für mutige Anleger. Mit einem KGV von 8 und einer Dividendenrendite von acht Prozent ist die Aktie im Peergroup- und im historischen Vergleich klar unterbewertet. Ziel: 20 Euro. Stopp: 11,50 Euro.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: ProSiebenSat.1.