06.10.2019 Martin Mrowka

Osram-Übernahme geplatzt – AMS will aber nicht aufgeben

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Osram Licht
Trendthema

Es war bis zum Ablauf der Frist am vergangenen Dienstag um Mitternacht spannend geblieben. Am Freitag-Abend nun wurde bekannt: Die geplante Übernahme des Beleuchtungsherstellers Osram ist gescheitert. Der österreichische Sensorhersteller AMS hat das selbst gesetzte Ziel verfehlt, 62,5 Prozent der Osram-Anteile unter seine Kontrolle zu bringen. Und nun?

AMS-Vorstandschef Alexander Everke brachte bis zum Ende der Übernahmefrist lediglich die Eigentümer von etwas mehr als der Hälfte der Osram-Aktien auf seine Seite, die die Offerte von 41 Euro je Aktie annahmen. Der geplante Übernahme-Deal kommt somit nicht zustande.

Der Kurs der Osram-Aktie rutschte im späten Freitags-Handel nach der Nachricht von gut 40 auf zeitweilig 36 Euro ab, konnte sich anschließend wieder etwas erholen und schloss den Late-Handel bei 38,78 Euro. Die AMS-Aktie schoss hingegen auf 44 Euro nach oben und ging bei 42,49 Euro ins Wochenende.

Osram bleibt nun erstmal selbstständig, doch schreibt das Unternehmen hohe Verluste. AMS hatte im Verlauf der Bieterschlacht knapp 20 Prozent der Osram-Aktien an der Börse gekauft und ist damit jetzt größter Anteilseigner der Münchener.

Unklar ist, wie es nun mit Osram weitergeht. Osram-Vorstand und Aufsichtsrat hatten ursprünglich eine Übernahme durch die zwei US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle befürwortet. Wegen des rasanten technologischen Wandels in der Beleuchtungsbranche sind nach Einschätzung der Osram-Führungsetage permanente Investitionen notwendig.

Osram Licht (WKN: LED400)

Doch da das über 110 Jahre alte Unternehmen derzeit Verluste schreibt, ist die Finanzierung von Zukunftsprojekten sehr schwierig. Die Übernahme durch die Investoren hätte Osram nach Einschätzung des Managements sowohl Geld als auch Planungssicherheit für die nächsten Jahre verschafft.

AMS-Chef Everke will seinen Traum von der Erschaffung eines Weltchampions für optische Sensoren und Opto-Elektronik aber nicht aufgeben: "Unsere Vision mit Osram ist es, einen global führenden Anbieter von Sensorik-Lösungen und Photonik zu schaffen, der auf europäischer Technologie basiert und damit sicherstellt, dass Europa seine weltweite Spitzenstellung bei optischen Technologien beibehält", erklärte der Manager.

Osram wird ihm womöglich keine Steine in den Weg legen. Das Management des Münchner Beleuchtungsherstellers lud die AMS-Führung zu Gesprächen ein, "wie eine sinnvolle und für beide Unternehmen vorteilhafte Kooperation im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben aussehen könnte".

DER AKTIONÄR hatte vor Ablauf des Ultimatums den Osram-Aktionären geraten, bei gut 40 Euro angesichts der wackeligen Chancen auf ein Gelingen der Übernahme durch AMS besser zu verkaufen. Vor einem Neuengagement sollte man nun vorerst an der Seitenlinie verharren und abwarten, ob und wie eine Kooperation zwischen den Österreichern und den Deutschen aussehen könnte.

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