Chinesische KI-Konzerne benötigen dringend Nachschub im Wettlauf mit den USA. Peking weicht deshalb die Beschränkungen für die Einfuhren von Nvidias H200-Chips auf. Die ersten Lieferungen fallen überschaubar aus, könnten für Nvidia strategisch aber weit mehr bedeuten als nur zusätzlichen Umsatz.
- China erlaubt erstmals wieder kleinere H200-Lieferungen, begrenzt den Zugang aber weiterhin, um heimische Chiphersteller zu stärken.
- Die anhaltende Nachfrage nach dem älteren H200 zeigt, dass Nvidia beim Training großer KI-Modelle in China schwer zu ersetzen ist.
- Umfangreichere Freigaben könnten Nvidia zusätzliche Milliardenumsätze bescheren und zugleich den Abbau alternder Lagerbestände ermöglichen.
Bereits Ende vergangenen Jahres zeichnete sich die Öffnung ab. Washington hatte den H200-Export grundsätzlich freigegeben (DER AKTIONÄR berichtete), doch ausgerechnet Peking erwies sich anschließend als Bremser. Nun kommt Bewegung in die Sache: Wie die Financial Times berichtete, haben ByteDance und Tencent in den vergangenen Wochen jeweils rund zehntausend H200-Prozessoren erhalten. Weitere chinesische Technologiekonzerne könnten bald Lieferungen in ähnlicher Größenordnung genehmigt bekommen.
Dabei bleibt der Zugang streng rationiert. Die neuesten, leistungsfähigsten Nvidia-Chips (Blackwell und Vera Rubin) bleiben chinesischen Kunden wegen der US-Exportkontrollen nach wie vor verwehrt. Nach Vorgaben der USA dürfen chinesische Unternehmen bis zu 100.000 Chips der H200-Generation kaufen. Peking will den Großteil davon jedoch außerhalb des Festlands halten, um heimische Chiphersteller wie Huawei schützen.
Mehr lesen mit AKTIONÄR+
Heute, 16:46
Bei Google bevorzugen