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21.02.2019 Benedikt Kaufmann

NetEase: Schwächster Performer im Nasdaq – Gaming-Lizenzen bleiben das Problem

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Die erste Reaktion auf die NetEase-Zahlen war positiv – doch Aussagen des Vorstandes bringen die Aktie in Bedrängnis. Das Problem mit den Gaming-Lizenzen für den chinesischen Heimatmarkt sei laut Management noch nicht aufgearbeitet. Hierunter haben heute auch die Aktien von Tencent, Activision Blizzard und Electronic Arts zu leiden.

Solide Zahlen

NetEase erzielte im vierten Quartal einen Umsatzzuwachs von 36 Prozent auf 19,8 Milliarden Yuan (2,89 Milliarden Dollar). Der Gewinn je Aktie wuchs um 23 Prozent auf 12,1 Yuan an. Die Erwartungen der Analysten konnten damit auf der Gewinnseite übertroffen werden – die Erlöse blieben jedoch leicht unter den Erwartungen von 19,9 Milliarden Yuan.

Hier geht es zur Pressemitteilung von NetEase.

Riesenproblem Gaming-Lizenzen

Doch es waren nicht die Zahlen, welche die Aktie von NetEase am Mittwoch um fünf Prozent nach unten zogen, sondern die Zahlenkonferenz. Hier wurde offensichtlich, dass der chinesische Gaming-Gigant weiterhin deutliche Probleme mit den Vertriebslizenzen für den Heimatmarkt hat. Die Regierung stoppte die Lizenzvergabe aufgrund einer Debatte um Gesundheitsrisiken durch Videospiele und einem Behördenumbau. Mittlerweile wurde die Lizenzvergabe wieder aufgenommen.

NetEase-Finanzchef Yang Zhaoxuan sagte gegenüber Analysten, dass die zuständigen Regulierungsbehörden den Vergabeprozess jetzt optimiert hätten. Dennoch haben sich zahlreiche Titel in dem zehnmonatigen Lizenzstopp aufgestaut. Gleichzeitig haben lokale Behörden die regionalen Voraussetzungen für die Lizenzvergabe abgeändert. Finanzchef Zhaoxuan sieht dies jedoch nicht als ein erneutes Aufleben des Lizenzvergabestopps.

Auswirkungen auf Tencent, Activision Blizzard und Electronic Arts

Das Lizenzproblem hat auch Auswirkungen auf die Aktien westlicher Spiele-Konzerne. Denn NetEase ist verantwortlich für die Veröffentlichung des neuen Activision Blizzard Mobile-Games „Diablo Immortal“. Zudem dürfte der chinesische Konkurrent Tencent mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Das dürfte wiederum den Publisher Electronic Arts treffen, denn die Chinesen sollen den Überraschungserfolg „Apex Legens“ in China vertreiben.

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Alle Unterstützungen gerissen

Das chinesische Lizenzchaos drückt das Sentiment des gesamten Gaming-Marktes. Aktuell stehen die Weichen zwar auf Besserung, doch ein Restrisiko bleibt. Von NetEase lassen Anleger aufgrund der hohen Abhängigkeit vom chinesischen Markt die Finger. Eine charttechnische Erholung ist ebenfalls unwahrscheinlich. Mit dem jüngsten Kursrutsch hat die NetEase-Aktie die 200-Tage-Linie, die 90-Tage-Linie sowie die Unterstützung im Bereich 220 Dollar gerissen.

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