Die Preise in der Rückversicherung stehen weiter unter Druck. Doch das Tempo des Rückgangs dürfte sich bei den anstehenden Vertragserneuerungen laut einer neuen Branchenstudie von J.P. Morgan verlangsamen. Für einen stärkeren Richtungswechsel würde vor allem eins fehlen.
- Rückversicherungsprämien dürften im Januar 2027 erneut sinken.
- Der erwartete Preisrückgang von zehn bis 20 Prozent fällt aber moderater als erwartet aus.
- Die Vertragsbedingungen bleiben bislang weitgehend stabil.
In der Schaden-Rückversicherung zeichnet sich eine vorsichtige Stabilisierung ab. Nach Einschätzung von J.P. Morgan dürften die Preise für Rückversicherungsschutz im Bereich Property Catastrophe bei den Vertragserneuerungen im Januar 2027 zwar erneut sinken.
Der erwartete Rückgang von zehn bis 20 Prozent falle jedoch geringer aus als in den vergangenen Jahren.
Damit setzt sich der Trend grundsätzlich fort: Bei den Erneuerungen im Januar 2026 waren die weltweiten Preise für Naturkatastrophendeckungen nach Angaben großer Versicherungsmakler im Durchschnitt um zwölf bis 15 Prozent gefallen.
In schadenfreien Programmen lagen die Abschläge in einzelnen Regionen sogar bei bis zu 20 Prozent. Bei den Erneuerungen zur Jahresmitte beschleunigte sich die Entwicklung nochmals.
Für einen stärkeren Richtungswechsel bräuchte es laut J.P. Morgan ein außergewöhnliches Schadenereignis im weiteren Jahresverlauf – verbunden mit spürbaren Turbulenzen an den Kapitalmärkten.
Gallagher Re geht davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte 2026 zusätzliche Katastrophenschäden von 50 bis 75 Milliarden Dollar erforderlich wären, damit die Rückversicherungsbranche ihre Eigenkapitalkosten verdient.
Berücksichtigt man die erheblichen Überkapazitäten, die sich in den vergangenen Jahren im Markt aufgebaut haben, könnte der notwendige Schadenaufwand sogar bei knapp 150 Milliarden Dollar liegen.
Trotz des Preisdrucks bleiben die Vertragsbedingungen laut J.P. Morgan bislang weitgehend stabil. Zwar gebe es erste Anzeichen für Lockerungen. Die Selbstbehalte beziehungsweise Anknüpfungspunkte bei Excess-of-Loss-Verträgen seien aber überwiegend unverändert geblieben.
Für Munich Re bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll. Der Branchenführer profitiert gerade in solchen Phasen aber von seiner starken Kapitalbasis und der hohen operativen Disziplin. Verlangsamt sich der Preisverfall, dürfte das an den Märkten gut ankommen. Für einen schnell Schub bräuchte es zwar mehr als eine Branchenstudie. Die Branchenstudie dürfte aber dabei helfen, dass sich die Aktie weiter oberhalb von 500,00 Euro stabilisiert. Anleger bleiben beim Branchenführer unverändert an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
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